Alt trifft Neu und versteht sich gut
Wenn man als Neuankömmling in Prag seine ersten Schritte wagt, wird eines sehr schnell klar: Prag ist alt. Sehr alt sogar.
Die Prager Burg entstand zum Beispiel schon im 9. Jahrhundert und der Bau der Karlsbrücke begann im Jahr 1357. Ein erhabenes Gefühl beschleicht einen nach einem Stadtrundgang heimlich, weil man sagen kann: Ja, auch ich war hier. Hier, wo schon vor tausend Jahren Menschen gingen, standen, lachten, weinten. Hier, wo auch nach mir noch Menschen staunen, hasten oder rasten werden. Nach einem Prag-Besuch könnte man Verwandte und Freunde dann mit stundenlangen Dia-Vorträgen „erfreuen“, auf denen nur alte Häuser, Brücken und Passagen zu sehen wären.
Wenn man aber genauer hinschaut, mischt sich auch viel Neues unters Altbekannte: Digitale Werbetafeln, gläserne futuristische Glasfassaden oder riesige Einkaufstempel. Komisch, dass man sie dennoch kaum wahrnimmt. Es scheint so, als gelinge Prag, was in anderen europäischen Städten nicht funktioniert. Das Neue ist nur manchmal aufdringlich und meist vom Pomp und Glanz des Alten überstrahlt. Alt und Neu gibt sich die Hand und versteht sich gut.
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