Schöne neue (kleine) Welt, Teil 2
Angekommen in Prag, viele Menschen aus den unterschiedlichsten Ländern kennen gelernt und gewartet… Stundenlang gewartet, tagelang, wochenlang. Auf was? Natürlich auf das erste Treffen und Kennen lernen eines Tschechen. Das ließ leider bis heute auf sich warten…
Nun ja, wenn mich nicht alles täuscht, ist Prag die Hauptstadt der Tschechischen Republik. Folgerichtig müssten doch in dieser tschechischen Stadt auch einige Tschechen leben, oder? Aber ich frage mich: Wo sind sie? WO SEID IHR? Jedenfalls nicht dort, wo ich bin. Prag scheint nicht nur eine kleine Welt, sondern vor allem auch eine fremde, zweigeteilte Welt zu sein. Existiert hier eine Parallelgesellschaft, die in Prag lebende Ausländer von den „echten“ Tschechen trennt? Und wenn ja, warum?
Die einzigen Kontakte, die ich zu „Einheimischen“ in diesen ersten Wochen hier hatte, beschränkten sich auf folgende Berufsgruppen: Kellner, Lehrer, Kassierer, Bettler. Dabei wollen Kellner, Kassierer und Bettler immer nur eines - nämlich Geld - von mir, verstehen entweder mich nicht oder ich sie nicht. Und Lehrer sind zwar Tschechen, halten aber ihre Vorlesungen für Erasmus-Studenten auf deutsch oder englisch und stehen natürlich für mehr als Unterricht nicht zur Verfügung.
Aber wohin gehen junge Tschechen z.B. abends ihr Pivo trinken? Wohin gehen sie zum Tanzen und wo mittags mal essen? Sind das solche Geheimtipps, dass man sie in keinem Reiseführer findet? Wollen Tschechen lieber unter sich bleiben? Und wollen die Prager Ausländer vielleicht auch lieber unter sich bleiben? Sind die einen die Unfreundlichen und die anderen die Snobs? Sind beide gleichermaßen verschlossen und misstrauisch? Mehr Fragen als Antworten in dieser neuen fremden Welt.
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