Monatsarchiv für 3 2008

Blauer Dunst und grüne Brille

Es war einmal der blaue Dunst. Der blaue Dunst strömte aus Zigaretten, Zigarren und Zigarillos und durchzog die Luft in Bars, Kneipen, Restaurants und vor allem Diskotheken. Dann entschied sich ein Rat der Weisen für das Rauchverbot und der blaue Dunst wurde in die Kälte nach draußen verbannt.

So hört man es zumindest aus dem fernen Deutschland. Hier in Prag allerdings will von Rauchverbot niemand etwas wissen und es wird sogar noch etwas exotischer: Denn manchmal ist der Kneipen-Dunst nicht mehr so blau wie der Himmel, sondern so grün wie das Gras…

(mehr…)

Wie es ist, wenn jeder jedem einen Teil seiner Kultur nahe bringen möchte – Interkulturelle Kommunikation Teil 3

Kokko, kokoo koko kokko. Koko kokkoko? Koko kokko!

Was hier nach einer Unterhaltung zwischen Hühnern klingt, ist in Wirklichkeit ein Dialog zwischen zwei Finnen. Es geht um Kokko, der das Mitsommernachtsfeuer anzünden soll.

(mehr…)

Český Krumlov, Perle des Böhmerwaldes oder Venedig an der Moldau

ck2.jpgDas beschaulich romantische Städtchen Krummau (oder auch Böhmisch Krumau) liegt etwa 180 Kilometer südlich von Prag in einer verschlungenen Moldauschleife. Als UNESCO-Welterbe ist der kleine Ort mit nicht einmal 14 000 Einwohnern ein Touristenmagnet ohnegleichen. Um mich selbst davon zu überzeugen, bin ich mit einem tschechischen Freund über die Ostertage hingefahren.
(mehr…)

Frankreich – das Land der Spitzenköche und Gourmets? Und: wie man an einen Mixer heran kommt

mousse.bmp

Nachdem wir gestern Nacht um zwölf im Zimmer meines französischen Mitbewohners standen und zu seinem Geburtstag „Joyeuse anniversaire“ zum Besten gaben, sollte für heute Abend ein Festmahl auf dem Plan stehen.

(mehr…)

Atompilz im Schwammerlparadies

medialni_realita.jpgWenn es einen Preis für die langweiligste Sendung im tschechischen Fernsehen gäbe, wäre Panorama ein ganz heißer Kandidat: Zu einer Hintergrundmusik wie aus dem Supermarkt laufen Webcam-Aufnahmen aus allen möglichen tschechischen Erholungsgebieten, eingeblendet die aktuellen Temperaturen und Windverhältnisse, eine Dreiviertelstunde lang, jahrein, jahraus. Nur einmal tat sich in Panorama was: Am Sonntag, dem 17. Juni 2007, wurden kurz nach acht Uhr morgens Bilder einer Atombombenexplosion über dem Riesengebirge ausgestrahlt. Seither kennen auch TV- und Morgenmuffel wie ich die Sendung. (mehr…)

Frohe Ostern! Veselé Velikonoce! – Über Osterbräuche hier und dort

bild0712.bmpOstern feiert man jedes Jahr am ersten Sonntag nach dem ersten Vollmond nach Frühlingsanfang. Die ganze Familie trifft sich zu Hause, man wandert den Kreuzweg, färbt Ostereier, die man am Morgen des Ostersonntag im Garten sucht, wo der Osterhase sie wieder mal versteckt hat, spielt „Eiertitschen“, steht am Osterfeuer, geht in die Kirche und besucht Verwandten.

So war es für mich jedenfalls - über die letzten 20 Jahre hinweg. Dieses Jahr ist alles anders. Ich bin in Prag, weit weg von meiner Familie und deutschen Osterbräuchen.

(mehr…)

Zauberzirkus in der Laterna magika

Touristen, die Prag besuchen und ein bisschen Zeit mitbringen, wird oft ein Besuch in der „Laterna magika“ empfohlen. Diese ganz eigene Art des Theaters wurde in der Tschechoslowakei entwickelt und hat sich bis heute als große Publikumsattraktion gehalten.

Gestern war ich endlich auch einmal dort, um mir mit eigenen Augen den „Zauberhaften Zirkus“ anzuschauen, der dort aufgeführt wurde.

(mehr…)

Die Gefahr ist irgendwo da draußen…

Mütter, passt auf eure Töchter auf! Väter, achtet auf die Söhne! Ach, und überhaupt: Ihr alle solltet auf der Hut sein! Denn die Gefahr lauert in unsrer aller Mitte, draußen auf der Straße, sie ist sozusagen direkt UNTER uns. Natürlich spreche ich von – na, irgendein Tipp? Taschendiebe – leider daneben. Betrunkene Rumpöbler – auch nicht richtig. Trickbetrüger – nicht wirklich. Und hier die Lösung auf die Frage „Was ist die größte Gefahr, die auf den Straßen Prags auf uns wartet?“

(mehr…)

Internet - Das Tor zur Welt

Dieser Artikel hat nur bedingt etwas mit Prag zu tun, sicherlich jedoch mit dem Studium und Leben im Ausland – gar dem Leben überhaupt?

(mehr…)

Begegnung mit einer tot geglaubten Spezies

aklid1.jpgVon den vielen deutschen Wörtern, die sich die tschechische Alltagssprache einverleibt hat, ist mir dieser Tage eines besonders in Erinnerung gekommen: vekslák. Es stammt vom deutschen “wechseln” und bezeichnet eine Person, die sich irgendwelchen - meist krummen - Tauschgeschäften widmet, etwa dem illegalen Handel mit Devisen.

Die veksláci, so die Mehrzahl, erlebten ihr goldenes Zeitalter in der Tschechoslowakei der 70er und 80er Jahre, als im real existierenden Sozialismus Schwarzmarkt und Schattenwirtschaft blühten. Mit dem Phänomen setzte sich der 1987 erschienene Film Bony a klid (in etwa “Gutscheine und Ruhe”) von Vít Olmer und Radek John auseinander - ein vekslácký thriller.

(mehr…)

TOPlist