„Suddenly“ – Und plötzlich wird es still
Familienidylle pur: Vater Lasse küsst zärtlich seine Frau aus dem Schlaf. Die beiden Jungs (17 und 11 Jahre alt) streiten am gemeinsamen Frühstückstisch. Die Familie macht sich auf den Weg zu den Großeltern. Es herrscht ein wunderbarer, liebevoller Alltag.
Doch dann passiert ein tragischer Autounfall: die Mutter und der jüngste Sohn sterben, Vater Lasse und Sohn Jonas überleben. Der schwedische Film „Suddenly“ erzählt ganz leise, wie es plötzlich still werden kann in der Welt. Zu sehen ist der eindringliche Film auf dem Festival „Tage des europäischen Films“.
Der schwedische Film, normalerweise bekannt für seinen tiefschwarzen Humor, zeigt sich bei „Suddenly“ von seiner emotionalen Seite. Neun Monate nach dem Verlust von Frau und Sohn kämpft Vater Lasse noch immer mit einer schweren Depression und auch der noch lebende Sohn Jonas trägt die Wunden des Unfalls nicht nur als sichtbare Narben am Körper.
Vater und Sohn versuchen in ihrem Sommerhaus auf einer schwedischen Insel die Trauer zu überwinden und wieder zusammen zu finden. Diesen schweren Prozess erzählt der Film in poetischen Bildern und in eindringlichen Gesprächen, bei denen mehr geschwiegen als gesprochen wird. Naturaufnahmen lassen Raum zum Nachdenken und zeigen, wie still es in Zeiten der Trauer werden kann.
Dem Film gelingt es, nur sehr selten ins Übersteigerte oder Kitschige abzudriften. Dabei hat er es nicht nötig, auf die Tränendrüse zu drücken, um emotional mitzureißen. Vor allem die Schauspieler beeindrucken durch ihre glaubhaften Darstellungen und deren tiefgründigen Geschichten. Die Naturaufnahmen mit den feinfühligen Bildkompositionen lassen „Suddenly“ zu einer Insel der Ruhe in der hektischen Filmlandschaft werden.
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