Zum Kaffee mit Jennifer und Cristina

Jennifer Ulrich und Cristina do RegoWir hatten uns für 16.15 Uhr im Café verabredet. Um 16.40 kamen sie dann schließlich an: Jennifer Ulrich und Cristina do Rego. Die beiden deutschen Nachwuchs-Schauspielerinnen spielen in „Die Welle“ die weiblichen Hauptrollen Karo und Lisa. Bei einer Tasse Kaffee haben sie von sich, der „Welle“ und dem Schauspieler-Dasein erzählt.

Etwas abgehetzt und hungrig kamen Jennifer und Cristina zur Verabredung. Sie hatten an diesem Tag bereits mehrere Pressetermine, einen Radioauftritt, ein Film-Screening und eine Diskussion in einer Prager Schule hinter sich gebracht. Das Mittagessen ist dabei wohl auf der Strecke geblieben und die beiden mussten das erstmal nachholen. Und so unterhielten wir uns zwischen einer Gabel Spaghetti oder einem Bissen Lachs.

Jennifer und Cristina sind 23 und 21 Jahre alt – und schon mitten drin im Filmbusiness: Jennifer kam z.B. gerade erst aus L.A. zurück, um dort für „Die Welle“ zu werben und Cristina muss schnell wieder zurück nach Köln, um für ein neues Projekt vor der Kamera zu stehen. In Prag waren sie, um bei der Eröffnung des Festivals „Tage des europäischen Films“ dabei zu sein, das mit der Vorführung der „Welle“ begann.

In der aktuellen deutschen Verfilmung des Jugendbuchklassikers „Die Welle“ spielt Jennifer die Schülerin Karo, die sich fast als einzige nicht von der Welle mitreißen lässt, sondern dagegen ankämpft. „Karo ist ein mutiges Mädchen“, sagt Jennifer, und auch im Film wird auf eine Parallele zu Sophie Scholl verwiesen. Karos Freundschaft zu Lisa (gespielt von Cristina) wird dabei auf harte Proben gestellt.

Doch wie kann etwas wie „Die Welle“ geschehen? Cristina vermutet, dass „junge Leute doch überall dasselbe suchen.“ Durch Zuschauerreaktionen weiß sie, dass das Thema viele Menschen reizt und bewegt. Vor allem Jugendliche könnten sich in den Schülercharakteren wieder finden: Sie alle suchen nach der Geborgenheit in einer Gemeinschaft. Dass diese Gemeinschaft aber auf radikale Weise andere ausschließt und diskriminiert, ist im Film das fatale Problem.

Natürlich haben die beiden sich während der Dreharbeiten auch die Frage gestellt, wie man selbst in einer Situation, wie sie im Film beschrieben wird, reagieren würde. Jennifer meint, sie wäre wohl am ehesten wie „Marko“. „Auch er ist am Anfang begeistert, aber sobald die Sache gewalttätig wird, steigt er aus.“

Jennifer Ulrich - Cristina do Rego

Nach anderthalb Stunden im Café verabschiedeten sich Jennifer und Cristina wieder. Sie wollten noch etwas von Prag sehen und irgendwo einen Wodka-Cola trinken (kurze Anmerkung: Seltsame Getränke-Kombination, soll aber anscheinend sehr gut schmecken), bevor es am nächsten Tag wieder zurück nach Berlin und Köln geht.

Die neuesten Beiträge von Judith Schneider

Einen Kommentar schreiben

(erforderlich)
(erforderlich)

TOPlist