Divoka Šárka – Natur im Großstadtdschungel

Divoka Šárka1Sommer, endlich! Also nichts wie raus und die Sonne genießen. Das denken sich aber auch die Touristen, die sich tausendfach vermehrt haben in den letzten Wochen. Um dem zu entgehen muss man sich nur knapp 30 Minuten von den Wirren des Altstädter Rings entfernen: Divoka Šárka ist ein wunderschönes Stück Natur, das man zwischen Prager Flughafen und Innenstadt findet. Genau der richtige Ort, um Touristen, dem Stadttrubel und dem Lärm zu entkommen.

An der Endstation „Divoka Šárka“ der Tram-Linien 20 und 26 reibt man sich verwundert die Augen: Hier soll einer der schönsten Naturparks in Prags Umgebung sein? Denn begrüßt wird man bei der Ankunft etwas unpassend von einem großen goldenen M, das zur berühmten Fast-Food-Kette gehört. Wenn man dieses letzte Zeichen von Massenabfertigung aber hinter sich lässt, eröffnet sich eine ganz neue Welt: Natur pur!

Über kleine Pfade und Wanderwege kann man mehrere Hügel-Plateaus erreichen. Nach dem einigermaßen anstrengenden Aufstieg findet man sich auf weitläufigen Wiesenflächen wieder und wird mit einem traumhaften Ausblick belohnt. Wendet man seinen Blick von den fernen Hochhäusern aus Prags Randbezirken ab, kann man kaum glauben, eigentlich in einer Großstadt zu sein.

 

Divoka Šárka

Es präsentieren sich tiefe Schluchten, Steinklippen, ein kleiner Bach und Wälder. Dort am Baum sieht man einen Hasen entlang hoppeln, über den Finger krabbelt eine Ameise und hinter der nächsten Kuppel entdeckt man dann eine Schafherde. Außerdem lässt sich im Tal zwischen den zerklüfteten Felsen auch ein Freibad erspähen. Einige Sonnenanbeter findet man aber schon auf den Wiesen (Achtung: Gerne wird hier wohl auch von einigen die Freikörperkultur gepflegt…).

Bei diesem Allround-Paket an Naturschönheit lässt einen nur das Schicksal der Kriegerin Šárka etwas melancholisch stimmen: Der Legende nach sollte Šárka den feindlichen Truppenführer Ctirad in eine Falle locken. Unglücklicherweise verliebte sie sich aber in ihr Opfer. Als ihre Mitkämpferinnen Ctirad töteten, stürzte sie sich aus Reue in das Tal, das nach ihr benannt wurde.

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