Unialltag Teil 3 – Die Vorlesungszeit neigt sich dem Ende zu

In einem Punkt scheint sich die Vorlesungszeit an der Karlsuniversität hier in Prag wirklich überhaupt nicht von der in Deutschland zu unterscheiden: Die Zeit vergeht wie im Flug und schon ehe man sich versieht, ist Klausuren-und-Essay-Schreibzeit. Und wie jedes Semester fragt man sich: War es das jetzt schon? Und was habe ich eigentlich gemacht, gelernt, erkannt in den letzten Monate?

Dabei scheint das Auslandssemester noch viel schneller vergangen zu sein, als die vorherigen. Ob es daran liegt, dass man in einem fremden Land lebt, sich nicht soo oft in der Uni aufhält, nebenbei furchtbar viele andere Dinge unternimmt und erlebt und sich so etwas wie ein Alltag doch nie wirklich einstellen mag? 

Ursachenforschung hin oder her, die Vorlesungszeit geht heute zu Ende. Und da ich das Glück habe, alle Leistungen in dieser Zeit erbringen zu müssen (die Prüfungsphase geht bis Ende Juni), habe ich dann auch wirklich frei und das war es dann mit dem Auslandsemester (wobei ich ja noch eine ganze Weile hier bleibe). 

Ich weiß nicht, ob es an dem Erasmus-(Sonder)-Status liegt, oder daran, dass die Dozenten aus verschiedenen Ländern kommen und so auch ihre jeweils eigenen akademischen Erfahrungen und Anforderungen mitbringen. Jedenfalls gibt es, was die Leistungsanforderungen angeht, die man erbringen muss, um einen Schein zu erlangen, sehr große Unterschiede. 

Muss man in einem Seminar wöchentlich die Theorie eines (Post-)Strukturalisten lesen, Fragen beantworten, einen Essay und dann auch noch eine Klausur schreiben. So erwidert die Dozentin eines anderen Seminars (für die es dieselbe Zahl an Credits gibt) auf meine Frage hin, was wir denn lernen sollen: „Ja also, der Test…ja also, hm, äh also ich denke ihr lernt dann einfach mal das, was wir hier so gemacht haben und ich frage dann so Fragen, wie wir sie hier auch beantwortet haben und… ja eigentlich ist mir der Test gar nicht so wichtig. Ich kann Ihnen auch so bestätigen, dass sie da waren.“ „Äh ja, schön, aber ich brauche eine Note!“ „Ach so, ja, ja dann schreiben wir einen Test… aber nicht die ganze Stunde!“ Kein Problem.  

Insgesamt waren die Veranstaltungen, die ich besucht habe, doch recht interessant (wenn den Inhalt und Arbeitsstil betreffend auch sehr verschieden von denen in Deutschland). Müsste ich meinen Stundenplan noch einmal zusammenstellen, so würde ich sogar noch ein paar mehr Veranstaltungen besuchen. Dies auch dann, wenn ich dafür keine Scheine bekomme ;-) Ein bisschen Spaß macht das Lernen und Studieren nämlich ja schon…

Vielleicht sollte ich mich mit der endgültigen Evaluierung auch noch zurückhalten! Die Klausuren sind ja noch nicht geschrieben. Wer weiß, was noch kommt… Ich mache mich jedenfalls auf zur ersten Klausur.

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