EM-Kolumne: Tschechien verliert: To není možně


Ty kravo, ty vole, do prdele, do piči - nic anderes war in Prag zu vernehm, als die senzace perfekt byla: Verlorn, das Endspiel um Platz dva in der Gruppe. Dabei lag man komfortabl zwei zu null vorne. Aus, die EM beendet. Ausgerechnet Petr “die Bank” Čech leitet mit einem riesigen Fehler die prohra ein. Entsetzt berichtet Gerd Lemke (gerlem@gmx.de) von dem Geschehen.

Wir treffen uns bereits eine Stunde vor Anpfiff. Diesmal bereiten wir uns gewissenhaft vor. Sogar den Nationalhymnen lauschen wir. Ein wohliger Schauer kriecht mir den Buckel herunter. Kde domov můj. Jan Koller singt mit. Und dann dass: Anpfiff, aber ein gegnerischer Spieler aus Anatolien hat seine Sportschuhe noch gar nicht angezogen. Aus der Traum, denke ich bereits, aber der Schiedsrichter erlaubt ihm, den Platz zu betreten. Es geht los. A Čechí hrají hned dobře. Zumindest nicht schlecht. Koller steht in der Spitze und lauert auf seine Kopfballchance. Die kleineren Gegner springen ihm dauernd ins Kreuz und sehen gelbe Karten.

Ich denke an Ema. Sie ist heute nicht gekommen, vielleicht hat sie aus ihren Fehlern gelernt. Letztendlich wollen wir alle, dass Tschechien im Viertelfinale gegen Kroatien antritt. Das ist ein gutes Zeichen. Tschechien kontrolliert klar das Geschehen in der ersten Halbzeit und Koller macht sein Kopfballtor, Nummer 55 im Nationaldress. Alles scheint glatt zu laufen, Pause. Ich muss auf Toilette. Am anderen Tisch sitzt ein junges Paar, eine mittelalte Britin, die ununterbrochen mit einem Typen rummacht. Sie gehen sich richtig an die Unterbekleidung, peinlich ist das schon fast.

Statt Ema ist aber Kamila gekommen, sitzt aber mit einem Tschechen auf der Stufe des Podiums. Sie hat einen Tschechien-Schal mitgebracht und ist richtig elektrisiert. Zwei zu Null ist ihr Tip, wir sind auf dem richtigen Weg dahin. Die Kleinasiaten kommen motiviert aus der Kabine und greifen voll Leidenschaft an. Sie haben sich sichtlich etwas vorgenommen, das sieht man deutlich. Aber mit Petr Čech im Tor kann ja nichts passieeren. Sogar Koller gewinnt ein Laufduell und trifft leider nur knapp neben das Tor. Doch dann trifft Plašil ins Tor. Das sollte es gewesen sein.

Wir entspannen uns, die beiden Verliebten oder Geilen gehen, doch dann das: Anschlusstreffer nach einem abgeprallten Ball aus der Abwehr. Es wird noch mal spannend. Dabei hatte ich gerade Kamilas BH taxiert, erstaunlicherweise kein push up. Sie sitzt weiterhin mehr als Armesweite von mir entfernt und wird unruhig. Wir nicht, warum auch? Zwanzig Minutern, nein, weniger zu spielen. Das wird sicher kein Problem. Mit Čech im Tor.

Dann kommt, was kommen muss: Flanke von rechts, Čech greift sich sicher den Ball aus der Luft, alles unter Kontrolle, denken wir, doch der Ball gleitet durch seine Handschuhe und der gegnerische Angreifer bedankt sich: Ausgleich. Der schlimmste Patzer der bisherigen EM. Aber es sollte vielleicht zwei Minuten darauf noch schlimmer kommen, nach einem herrlichen Konter trifft derselbe Spieler traumhaft ins Tor. Das war´s. War´s das wirklich?

Nochmals eine Situation vor dem Tor, der gegnerische Torwart faustet eine Kerze und darauf am Ball vorbei, aber ein Verteidiger rettet. Doch was ist das, der Schiedsrichter zeigt ihm die rote Karte! Das muss doch jetzt auch Elfmeter geben! Aber die UEFA hat sich jede Menge neue Regeln ausgedacht, es gibt zwar Platzverweis , der Torwart muss runter, jedoch geht das Spiel mit einem Eckball weiter.

Was soll ich sagen, der Schlusspfiff vernichtet alle Hoffnung, ich zahle umgehend und gehe nach Hause, bevor ich zu weinen beginne.

Foto: ČTK

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2 Reaktionen

16. Juni 2008, 13.57 Uhr [1] honza sagt:

Korrigierung: Ty kravo, ty vole, do prdele, do piči - so schreibt man es richtig, ausserdem noch : senzace byla dokonána :)

17. Juni 2008, 16.26 Uhr [2] Levent sagt:

Das sind keine neue Regeln, Elfmeter (oder Freistoss) gab es nie, wenn das Spiel durch Ball im Aus unterbrochen wird und eine Unsportlichkeit/Tätlichkeit erfolgt.
Wenn ein Auswechselspieler auf der Bank eine rote Karte erhält, gibt’s ja auch keinen Freistoss von der Bank aus.

Übrigens folgte darauf auch kein Eckball sondern Abstoss.

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