Prügelknabe Topolánek

Der Erfolg hat bekanntlich viele Väter, der Misserfolg ist ein Waisenkind. Nach den verlorenen Regional- und Senatswahlen muss sich ODS-Chef Mirek Topolánek so einsam gefühlt haben, dass er am Samstagnachmittag zur Pressekonferenz im ODS-Hauptquartier auf der Prager Kleinseite sicherheitshalber seinen 15 Monate alten Sohn Nicolas mitnahm. Topoláneks “Parteifreunde” Pavel Bém und Petr Bendl hielten lieber Distanz und schauten sich die für die ODS niederschmetternden Zahlen in den Räumen des Prager Magistrats an, auf der anderen Seite der Moldau.

Zu wenig Distanz für den Geschmack des tschechischen Regierungschefs hielt dagegen ein Fotograf des Boulevardblattes Blesk. Wie ein Blitz aus heiterem Himmel traf den bei der Berufsausübung die väterliche Faust des Premiers mitten ins Gesicht, mit dem ihn ansonsten offenbar eine Duzfreundschaft verbindet. “Was fotografierst du hier? Woher nimmst du die Frechheit?!” herrschte der den Paparazzo an (Video). Eine reflexhafte Überreaktion angesichts blank liegender Nerven?

Keineswegs. Auf der Pressekonferenz zur Wahlniederlage auf den Zwischenfall angesprochen, gab Topolánek erneut den schützenden Vater: “Kein Journalist hat das Recht, meine Kinder zu bedrohen, und wenn er das tut, dann geht das noch übler aus als heute.” Wie dem kleinen Nicolas Topolánek der Ausflug in die hohe Politik und die Pressekonferenz gefallen haben, wurde nicht bekannt.

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3 Reaktionen

31. Oktober 2008, 9.33 Uhr [1] Tris sagt:

Hallo Nils,

‘Blesk’ heißt ja auf Deutsch ‘Blitz’. Im Artikel schreibst du “Wie ein Blitz aus heiterem Himmel traf…[]”.
Zufall oder beabsichtigt?

Gruß
Tris

31. Oktober 2008, 12.26 Uhr [2] Niels Köhler sagt:

Hallo Tris,
ja, ich würde es mal als “beabsichtigten Zufall” bezeichnen…

Gruß
Niels

31. Oktober 2008, 13.54 Uhr [3] Tris sagt:

Auf jeden Fall gelungen :-)

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