Monatsarchiv für 11 2008

Raus aus dem Erasmus-Rudel? Leichter gesagt als getan!

Wo sind sie denn nun, die Tschechen? Ich befinde mich wohlweißlich seit nahezu zwei Monaten in der Tschechischen Republik, diesem Land der tschechischen Sprache und der tschechischen Krone. Und doch komme ich nicht in Berührung mit den Einwohnern dieses Tschechenlandes. Es ist ein anerkanntes Erasmus-Problem: Die Spanier in Spanien? Die Franzosen in Frankreich? Selbst die Schweden in Schweden scheinen vom Erdboden verschluckt.

„Raus aus dem Erasmus-Rudel“ – so titelte jüngst Spiegel Online. Erasmus-Rudel? Wo sind wir denn hier gelandet? Erasmus-Partys, Erasmus-Wohnheim, Erasmus-Kurse. Es kommt noch schlimmer: Deutsche bleiben oft unter Deutschen. Warum sich gleich zu gleich gesellt und es doch mehr kulturelle Unterschiede gibt als man sich eingestehen möchte…

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Der ultimative Small-Talk-Guide für Erasmus-Studenten

jaune.jpgAhoj, Bonjour, Holá und Guten Tag! Nicht wenige Studenten hängen der phantastisch-idealistischen Vorstellung nach, ganz im Sinne Goethes als „Weltbürger“ vom Ausland ins gemütliche deutsche Dorf zurückzukehren. Doch bis es soweit ist, lernt der Reisende neue Menschen, neue Kulturen, neue Sprachen kennen. Dabei ist es nicht immer einfach, den besten Zugang zu Rita aus Ljubljana, Ana aus der Toscana und dem französischen Hugo zu finden.

Es folgt also nun: Der ultimative Small-Talk-Guide für Erasmus Studentinnen und Studenten. Oder auch: Wie ich mich vom Autogeräusch zum Staatsoberhaupt durchfrage.
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Verantwortung für Schall und Rausch

Wochenausblick auf das Prager Kulturleben

NanohachDas reiche Kulturangebot in Prag übersteigt jede Möglichkeit der Wahrnehmung. Für jeden etwas, heißt es ja immer beschwichtigend, wenn niemand mehr einen Überblick hat. Habe ich auch nicht, trotzdem muß man eine Auswahl zu treffen. Aber wie?

Ein wenig Orientierung verhieß letzte Woche ein Vortrag. Im Institut Français diskutieren Antoine Garapon, einstiger Chef der Liga der Menschenrechte, und Šimon Pánek, Direktor der größten tschechischen NGO Človek v tísni über den Zusammenhang von Wirtschaft und Menschenrechten und warben in Anbetracht der globalen Lage für eine verantwortungsbewußte Rolle der Konsumenten. Unwillkürlich fragte sich der gequälte Prager in Anbetracht des täglichen Anblicks des globalen Massentourismus und seinen kulturnivellierenden Auswirkungen, wie es da um die Verantwortung eines Kulturkonsumenten steht?

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Yes, I can! US-Wahlen im Selbstversuch

Es hat schon etwas von einer großen Show, wenn in Amerika Wahlkampf betrieben wird. Drehbuchreife Auftritte, Tränen, Schweine mit Lippenstift - kurz: Dramatik pur. Grund genug finde ich, um sich in diesem Jahr einmal von der Wahlbegeisterung anstecken zu lassen. Der kühne Plan: die Wahlnacht im Selbstversuch. Die Erkenntnis: Keine großen Überraschungen, aber dennoch sehr empfehlenswert. (mehr…)

Viel Lärm um nichts

Das Beste haben sie sich für den Schluss vorbehalten, die Organisatoren des Theaterfestivals deutscher Sprache. Die Shakespeare-Inszenierung des Burgtheaters Wien erntete großen Applaus im Prager Nationaltheater. Und das war weit mehr als „Viel Lärm um nichts“, findet zumindest Gerd Lemke (gerlem@gmx.de).

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Just Walking in The Rain

walkingHartgesottene Frischluftanbeter behaupten, es gebe kein schlechtes Wetter, nur unpassende Kleidung. Aber was für Kleider passen für Prags Meteoprofil von gestern Abend: Nebel, Nieselregen, Inversion bei gefühlten Null Grad? Ich entscheide mich für zwei Baumwoll-T-Shirts, mein Argentina-Triko, die dickere olivgrüne Trainingsjacke, das alte Regencape und eine Wollmütze. Die Laufschuhe angezogen, MP3-Player und Kamera eingesteckt und los gehts.

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Im Prager Zoo: “Er beliebt Lachs zu fangen”

zoo1.jpgNieselregen, grau, Plattenbauten. Am Sonntagnachmittag gehen wir los zum Prager Zoo. Und? Dann passiert das Unerwartete. Siehe da: Nix grau, nix Plattenbauten. Grüne Wiesen, große Gehege, abenteuerliche Wege. Das Gelände wird umgebaut, rote Absperrbänder und Bagger versperren zugewachsene Wege.

Uns bleiben zwei Stunden, bevor der Zoo um 16 Uhr schließt. Zwei Stunden, ha, denke ich mir, ist ja nur ein Zoo. Doch: Weit gefehlt.

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Und dem Haifisch fehlen Zähne

Im Rahmen des 13. Theaterfestivals deutscher Sprache eröffnete Brechts „Dreigroschenoper“ offiziell das Programm. Die vieldiskutierte Inszenierung des Amerikaners Robert Wilson betrachtete Gerd Lemke (gerlem@gmx.de).
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“Und plötzlich kamen die Panzer…”

Fotoausstellung über den Einmarsch der Warschauer- Pakt-Truppen in Prag 1968

fotka.jpgAnlässlich des sechzigsten Jahrestages der Prager Frühlings findet in München eine mehrteilige Veranstaltungsreihe zum Thema „Prag 1968 - Wahrnehmungen, Darstellungen, Reaktionen“ statt. Im Rahmen dieser Veranstaltung gab es in Kooperation mit den Národní muzeum in Prag im Sudetendeutschen Haus in der Hochstraße eine Fotoausstellung mit dem Titel „…a přijely tanky“ „Und plötzlich kamen die Panzer“.

Kurz vor knapp habe ich es am Freitag, dem letzten Tag noch geschafft, die seit 26. September geöffnete Ausstellung zu besuchen. Groß angekündigt sollte diese in der Alfred-Kubin-Galerie stattfinden, was sich bei näherer Betrachtung jedoch nur als ein großer Raum im besagten Sudentenhaus entpuppte. Dort standen entlang der Wände große Aufsteller, auf denen die Fotos befestigt waren - im übrigen zum großen Teil Aufnahmen von Privatpersonen, die diese nach einem Aufruf dem Národní muzeum zur Verfügung gestellt hatten und die somit zum ersten Mal der Öffentlichkeit präsentiert wurden.

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