Aha!: “Václav Klaus ist homosexuell”

aha2012.jpgVor dem Gesetz sind alle Menschen gleich. Dass sich dieser heere Grundsatz nicht auf die Medien übertragen lässt, liegt auf der Hand. Schließlich interessiert Otto Normalverbraucher nun einmal nicht so sehr, was seinesgleichen treibt. Viel mehr interessiert es ihn, was und vor allem wie es die Mächtigen und Reichen, die Stars und Sternchen treiben.

Dafür liegen dann die Paparazzi aber auch nicht im Schrebergarten auf der Lauer. Auf die Gelegenheit zum Abschuss warten sie logischerweise dort, wo die medialen Zwölfender unterwegs sind. Ist ein Kapitaler dann unter widrigen Jagdbedingungen zur Strecke gebracht, wird die Trophäe in Form eines möglichst verwackelten Fotos in den Boulevardmedien zur Schau gestellt. Oder etwa nicht?

Dass tschechische Boulevardmedien ihre Opfer ungleich behandeln, beklagte zumindest unlängst die populäre Schauspielerin Eva Holubová in der TV-Sendung “18 minut Petry Procházkové” des privaten Nachrichtenkanals Z1. “Ganz Prag spricht darüber, dass Václav Klaus homosexuell ist, schon seit Jahren. Vielleicht ist er es, vielleicht nicht, mir macht das überhaupt nichts, ich habe Homosexuelle gern. Und dass sie ihn Kikina nennen, das ist Tabu, darüber schreibt man nicht, daraus macht man sich keinen Spass”, so Holubová, die sich in der am 18. Dezember ausgestrahlten Sendung zu ihrem Verhältnis zu den Medien und den Boulevardmedien insbesondere äusserte.

Holubová beklagte in dem Zusammenhang, dass manche Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens wie Freiwild behandelt würden, während für andere offenbar stillschweigend eine ganzjährige Schonfrist gelte. “An Olda Kaiser oder die Sängerin Iveta Bartošová traut sich jeder ran, aber andere lassen sie in Ruhe. Ist das Demokratie?”

Das tschechische Boulevardblatt Aha! beantwortete diese Frage einen Tag später auf seine Weise. Schlagzeile: “Václav Klaus je homosexuál!” Klein gedruckt darüber: “Eva Holbuvá to rozčísla: Celá Praha si povída: …” Fakten? Fotos? Fehlanzeige. Tratsch eben. Aber die Finger konnte sich die Redaktion so auch nicht verbrennen, schließlich bleibt der Schwarze Peter bei Eva Holubová.

Noch im März dieses Jahres hatte das selbe Blatt scheinbar mehr Mut bewiesen und mit einer pikanten Blondinen-Story aufgemacht, in der Václav Klaus die Rolle des präsidialen Eroberers zugeschrieben wurde. Damals konnte Aha! sogar mit Paparazzo-Fotos aufwarten, die Klaus und eine dralle Blondine in einer unnachahmlich unverfänglichen Situation zeigten - nach einer angeblich gemeinsam in einem Hotelzimmer verbrachten Nacht, versteht sich.

Fazit: Nicht nach jedem Blätterrauschen wird zum Halali geblasen.

You need to a flashplayer enabled browser to view this YouTube video

Die neuesten Beiträge von Niels Köhler


Einen Kommentar schreiben

(erforderlich)
(erforderlich)

TOPlist