Monatsarchiv für 1 2009

Von früh- bis spät- und doch modern: Janáček is back – auf der Bühne und als Konserve

JanáčekDas vergangene Jahr markierte die 80. Wiederkehr des Todestages des Komponisten Leoš Janáčeks. Der jüngste im Bunde der drei großen frühmodernen tschechischen Tonsetzer hat sich in seinem Spätwerk bereits den moderneren Klangwelten geöffnet. Und da sich Janáček vor allem durch sein Opernschaffen auch international einen Namen gemacht, ist es also konsequent, dass zum Ausklang des vergangenen Jahres seine beiden letzten Bühnenwerke wieder auferstanden sind. Da hat zum einen nämlich das Prager Nationaltheater Narodni Divadlo des Komponisten vorletzte Oper „Die Sache Makropulos“ neuinszeniert, und zum anderen brachte die Plattenfirma Supraphon die letzte Oper „Aus dem Totenhaus“ in einer legendären Inszenierung aus dem Jahre 1964 nun als CD auf den Markt.

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Entropa-Skandal: Prädikat öde

Die ersten drei, teilweise wilden Wochen der tschechischen Ratspräsidentschaft sind vorbei sind.Gas gibt es vielleicht kommende Woche und Israel wird mit der Lösung des Gazastreifen-Problems wohl doch eher auf Barack Obama und Hillary Clinton als auf Karel von Schwarzenberg und Nicolas Sarkozy warten. Zeit also, sich durch künstl(er)i(s)che Skandale von der rauhen Wirklichkeit ablenken zu lassen, findet Gerd Lemke (gerlem@gmx.de).

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Gas und Gaza - ungelöst

Gas und Gaza - so hieß in der vergangenen Woche noch die Dringlichkeitsskala auf der Agende von Premierminister Topolanek. Wobei er sich selbst um das Gas und sein Außenminister von Schwarzenberg um Gaza gekümmert hat. Mission erfolgreich beendet, verkündete Topolanek am vergangenen Sonntag, 11.1.2009. Eine Woche später fließt immer noch kein Gas. Und im Gazastreifen werden kurze Feuerpausen bereits als Verhandlungserfolg gemeldet. Die tschechische Diplomatie allerdings, die scheint mit dem weiteren Fortgang der Verhandlungen nicht mehr betraut gewesen zu sein. Darüber wundert sich Gerd Lemke (gerlem@gmx.de) nicht wirklich.

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Auf die Bretter, fertig, los! Skifahren in Liberec

Liberec

Die einst weiße Schneepracht im Prager Großstadtdschungel hat mittlerweile eine leichte Graufärbung, die Dächer befreien sich Stück für Stück von ihrer kühlen Last. Auch die Petřínhänge sind von den Spuren zu vieler Schlitten merklich gezeichnet. Wer den weißen Winter noch ein bisschen mehr genießen möchte, dem bleibt die Flucht aus der Hauptstadt.

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Im Zeichen des Schafskopfs gegen Lissabon

Seit Monaten geisterte sie einem irrlichternden Phantom gleich durch die tschechische politische Landschaft: Von Staatspräsident Václav Klaus lautstarkt herbeigesehnt, von vielen in der regierenden ODS gefürchtet, für andere ein Hoffnungsschimmer, für die Meinungsforschungsinstitute allemal ein Forschungsobjekt. Alle redeten von ihr, die Medien schrieben über sie, nur gesehen hatte sie noch keiner. Und der Gründungsvater in spe gab derweil unzählige Zeitungsinterviews, in denen er es fertig brachte, seitenweise gar nichts zu sagen.

Heute dann also war es soweit: Petr Mach, der Chef des in Prag ansässigen Zentrums für Wirtschaft und Politik (CEP) mit dem bubenhaften Gesicht und dem markanten Kafka-Mittelscheitel, stellte Name, Programm und Gründungskomitee der neuen Partei vor, die von den Medien vorab mit dem Label “euroskeptisch” versehen worden war. Gründungskomitee: Ehemalige Mitglieder der ODS - bis auf eine Ausnahme, den Schriftsteller und Journalisten Benjamin Kuras (im Bild links). Programm: Anti-Lissabon, ansonsten neoliberal. Name: Strana svobodných občanů - SSO (Partei Freier Bürger). Als Logo hat sich die Partei einen sich aufbäumenden Schafsbock auf grünem Grund ausgesucht.

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Kriminalstatistik: Prag verkündet “historischen Erfolg” gegen Sprayer

Nein, wer glaubt, nur weil in der Überschrift das Wort “Statistik” auftaucht, würde nun einem pawlowschen Reflex folgend das einschlägige Zitat des Zigarre rauchenden britischen Kriegspremiers bemüht, liegt völlig falsch.

Warum denn auch immer Zahlen anzweifeln?! Zumal im konkreten Fall jeder einzelne Fall offenbar polizeilich und somit höchstamtlich dokumentiert ist, wie die heute von der Hauptstadt Prag herausgegebene Pressemitteilung vermuten lässt.

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Václav Klaus, Spielverderber Europas

Die französische Tageszeitung Le Figaro hat pünktlich zum Jahresbeginn und der Übernahme der Ratspräsidentschaft durch die Tschechische Republik ein grelles Portrait von Staatspräsident Václav Klaus gezeichnet. Der „Machiavelli von Prag“ und „Staatsfeind Europas“ werde alles dafür tun, Europa zu sabottieren, so das Pariser Blatt. Gerd Lemke (gerlem@gmx.de) hat den umfangreichen Artikel übersetzt.

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Landeskunde Tschechien - zwischen Genialität und Wahnsinn

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Dieses Semester wollte ich den Tschechischunterricht etwas intensiver gestalten und besuchte parallel zum Sprachkurs auch einen Kurs zur Tschechischen Landeskunde. Im Vorlesungsverzeichnis hieß es, dass das Theater im 19. Jahrhundert behandelt werden sollte, was ich thematisch durchaus reizvoll fand.

Gleich machte ich mich daran, dem Dozenten einen E-Mail zu schreiben, ob ich als Nichts-Slawistin denn auch an der Übung teilnehmen könne. Sogleich teilte er mir mit, dass er sich sehr freue, mich dort begrüßen zu können. Dann machte ich mich am ersten Donnerstag im Semester also auf. Um kurz vor drei fand ich mich in dem, im Vorlesungsverzeichnis angegebenem Raum ein. Doch es war niemand da, weder Dozent noch Studenten.

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Neujahrsansprache des Präsidenten

2009 - das Jahr beginnt mit der ersten Ratspräsidentschaft der Tschechischen Republik seit dem Beitritt zur Europäischen Union. Václav Klaus, im politischen Europa wegen seiner euro-kritischen Einstellung in Verruf gekommen, beginnt das Jahr al tschechischer Präsident und hält natürlich am Neujahrstag eine Ansprache. Das ist übrigens auch der Tag, an dem die Tschechische Republik in ihrer heutigen Gestalt 1993 ein selbständiger Staat wurde. Gerd Lemke (gerlem@gmx.de) hat für die Interessierten an der tschechischen Politik, der Europäischen Union und der weiteren Weltgeschichte überhaupt die Rede flugs übersetzt. Eine Autorisierung hat er selbstverständlich nicht eingeholt, der Sinn blieb aber erhalten.
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