Martinů - Yes, He Can!
So ein reiches Archiv muss man erst mal haben, wie das jene der Plattenfirma Supraphon. Allerdings muss man aus der Fülle auch immer wieder das richtige herausfischen. Das ist Supraphon nun einmal mehr gelungen, denn ein kleines Juwel sind die beiden Liederzyklen, die bereits 1988 eingespielt wurden und sich nun auf einer CD-Neuerscheinung zum Auftakt des Martinů-Jahres 2009 befinden.
In diesen beiden Frühwerken huldigte der junge Komponist der Asienbegeisterung, die vor hundert Jahren unter Europas Künstlern und allen, die es werden wollten, offensichtlich grassierte. Asien, das hieß vor allem China und Japan und die Begeisterung galt deren Lyrik und Grafiken aus bereits lange zurückliegenden Jahrhunderten. Vermutlich war es die Zeitlosigkeit, die der Poesie und Malerei aus Ostasien bis heute anhaftet, die in die aufregenden Vorkriegszeiten und den zukunftserregten Seelen ein wenig Entschleunigung brachte. Die Epoche der Romantik war vorbei, dafür hatte die rasante Gründungszeit gesorgt, doch ihre Sehnsüchte nach romantischer Hingabe waren und sind damit noch lange nicht erledigt.
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