Monatsarchiv für 5 2010

Sommermärchen reloaded: Willkommen in der Weltspitze!

Gerd Lemkes WM-Tagebuch 2006: Viertelfinale Unsrige - Argentinien, Italien - Ukraine

Prag, Tag 22 (30.6.2006): Willkommen in der Weltspitze! So fühlt sich das also an und ich bin mir nicht mal sicher, ob ich mich dort lange aufhalten möchte. Doch der Reihe nach.

Zwölf Uhr mittags. Ich fange an, nervös zu werden. Die notwendige Spannung baut sich in meinem Körper auf, es sind noch fünf Stunden bis zum Anpfiff. Doch jetzt bereits kann ich nichts mehr machen. Löse also Sudoka aus der Wochenzeitung Zeit.

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Sommermärchen reloaded: Die Wahrheit über Frauen, Ludwig II. und den FC Bayern

Gerd Lemkes WM-Tagebuch 2006: Ruhetag 

Prag, Tag 21 (29.6.2006): Heute ist wieder ein Tag ohne Spiel. Das heißt natürlich nicht, dass fußballfrei wäre. Ich genieße den Tag zum Ausruhen, Biergarten-Wetter ist nicht gerade, also kann ich mich meiner Lebensbegeleiterin widmen.

Sie hat ja seit drei Wochen unheimlich wenig Zeit für mich. Sobald die WM los ging, fingen auch schon die Ausreden und Termine an. Nein, ich muss ins Nagelstudio. Geht nicht, ich muss mir die Fußnägel ondulieren lassen. Oder die Haare pediküren. Die Mädels treffen sich heute zum Cocktail, da muss ich mit. Und so weiter.

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Sommermärchen reloaded: Vor dem Spiel ist nach dem Spiel

Gerd Lemkes WM-Tagebuch: Frankreich - Spanien (rev.), England - Ecuador (short version), Portugal - Holland (Version FSK 14)

Prag, Tag 20 (28.6.2006): Endlich, der erste freie Tag nach rund drei Wochen. Ich könnte mal wieder einige Sozialkontakte pflegen oder die Kultur genießen. Doch wozu?

Ich gehe zur Arbeit ohne das Gefühl, unter allen Umständen rechtzeitig zum Anpfiff fertig sein zu müssen. Bin es aber dennoch. Was nun, es nieselt und ist gegenüber den Vortagen deutlich abgekühlt. Kein Biergartenwetter also. Ich gehe deshalb zunächst nach Hause.

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KISS - What a crazy night

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Die Aufregung ist groß, das Chaos auch. Wo ist meine Strumpfhose? Warum pass ich nicht mehr in den Rock? Bin ich so fett geworden? Scheiße, die Schuhe passen ja gar nicht zum Rest! So tönt es aus meinem Zimmer. Gut, dass ich schon fertig bin. Aber ich hab mir ja auch schon seit Wochen überlegt was ich anziehe: Das Zipkleid und dazu die Overknees. Eigentlich wollte ich mir ja noch das Leopardentop kaufen und dazu den Lederrock. Aber dann dachte ich mir, es ist eh dunkel, wozu sich aufbrezeln. Ja, die zwei Mädels, die mein schön aufgeräumtes Zimmer gerade in einen Affenstall verwandeln, sehen das anders. Immer noch durchfühlen sie die Koffer und Tüten, die sie aus München, beziehungsweise Nürnberg, mitgebracht haben. Ja ganz recht, sie sind extra angereist - wegen KISS!

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Sommermärchen reloaded: Das wahre Brasilien verliert gegen das falsche

Gerd Lemkes WM-Tagebuch 2006: Brasilien - Ghana, Spanien - Frankreich

Prag, Tag 19 (27.6.2006): Nach den Gurken-Achtelfinalspielen von gestern stehen heute endlich wieder Kracher auf dem Programm. Begebe mich also schon frühzeitig in den Biergarten, fürchte, dass es eng werden könnte.

Das ist aber übertrieben, das bereits hinlänglich bekannte Nachmittagspublikum hat bereits Stellung bezogen, darunter auch einige Freunde des runden Leders, aber keine wirklichen Fans. Außer uns natürlich, wir sitzen in der ersten Reihe und schauen ja generell jedes Spiel.

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Sommermärchen reloaded: Tore nur durch Elfmeter

Gerd Lemkes WM-Tagebuch 2006: Italien - AustrALIEN, Ukraine - Schweiz

Prag, Tag 18 (26.6.2006): Wegen der mediterranen Temperaturen in der Stadt halte ich auch einen mediterranen Lebensrhythmus für angebracht. Halte also meine Siesta und wache pünktlich vor dem Anpfiff des ersten Spieles auf. Werfe mich unter die Dusche, stelle die Nationalhymnen lauter, während ich mich rasiere, und schaue die erste Halbzeit mit nassen Haaren im Bett.

Italien spielt und wir alle kennen ja Italien-Spiele. Und ahnen, wie sie ausgehen könnten. Ehrlich gesagt, hätte mir jemand ein solches Drehbuch für ein Spiel angeboten, hätte ich es rundweg abgelehnt. Zuviel Klischee, unglaubwürdig, unoriginell.

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Sommermärchen reloaded: Kolonialmächte prügeln sich

Gerd Lemkes WM-Tagebuch 2006: England - Ecuador, Portugal - Holland

Prag, Tag 17 (25.6.2006): Und weiter gehts im Achtelfinale. Es bleibt keine Zeit darüber zu trauern, dass Mexiko ausgeschieden ist und wir auf die Krawattenkollektion des Trainers verzichten müssen. Auch werden wir in diesem Turnier die iranische Version eines Wimpels nicht mehr zu Gesicht bekommen, ein etwa Einfamilienhaus-großes Bild mit orientalischer Ornamentik.

Auch der Torwart von Ecuador hat seine Spezialität, nämlich die Landesfahne auf beiden Wangen. Es ist ein Mittelding zwischen Kriegsbemalung und Kindergeschmiere mit Fingerfarbe. Ihn bekommen wir noch einmal zu sehen. Gegen England.

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Eishockey-WM: Unser Mann in Finnland

Video: “Karrrrrel Rrrrrrrahunek!”: Finnischer Sportreporter outet sich als Tschechien-Fan

Dass Sportreporter bei spannungsgeladenen Wettkämpfen zuweilen ihren Emotionen ungezügelt ihren Lauf lassen kommt vor. Hin und wieder einen Urschrei durch den Äther zu jagen, gehört in der Branche zum guten Ton und gewissermaßen wohl auch zum Berufsethos. Dass ausgerechnet ein “unbeteiligter” ausländischer Kommentator vor Begeisterung ausflippt, dürfte jedoch eher Seltenheitswert haben.

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Sommermärchen reloaded: Endlich wird es ernst - Achtelfinale

Gerd Lemkes WM-Tagebuch 2006: Deutschland - Schweden, Argentinien - Mexiko

Prag, Tag 16 (24.6.2006): Die Gruppenphase ist überstanden. Unglaublich, gestern haben wir uns noch voller Begeisterung Spiele wie Tunesien gegen Saudi Arabien angeschaut. Oder Paraguay gegen Costa Rica. Doch wenn ich mich recht entsinne, wartet genau dieses Spiel noch auf mich, aufgenommen auf Video, für den ersten fußballfreien Tag in der kommenden Woche.

Egal, ab jetzt ist jedes Spiel wichtig und gleich sind Unsrige im Geschehen. Das heißt also wieder Einberufung des Rates der vier Fußballweisen, strenge Klausur und gnadenlose Auswertung. Diesmal wird das Bier bis nach dem Spiel verschoben, schließlich gehts es bereits um Alles.

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Ab in den Bunker - Feiern bis zum Weltuntergang

Da ich leider nur noch knapp einen Monat in Prag bin, hab ich gerne die Aufgabe übernommen eine Besprechung über einen Club zu schreiben. Schließlich muss man ja seinem Ruf als Eramus-Student gerecht werden und bis zum bitteren Ende feiern. Ich hab bis jetzt schon viele Clubs in Prag besucht, aber ein alter Atombunker hat mich wirklich noch mal gereizt. Also ab in den BUNKR PARUKÁŘKA !!!!!

Ich hatte schon von einigen Leuten gehört, dass die Lokation super sein soll. Dennoch muss sie wohl noch nicht jeder gefunden haben. Also hab ich mich brav an meinen Laptop gesetzt und über Google Maps die genaue Adresse rausgesucht. Erstaunlicherweise hat alles auch super geklappt. 5 Minuten nachdem wir bei Olšanské náměstí ausgestiegen waren, hatten wir den Eingang auch schon gefunden. Auf dem kleinen Platz im Park befindet sich nämlich zwischen einer Vielzahl von Graffitis ein großer Pfeil, der auf die Tür zeigt. Also so schwer ist es wirklich nicht! (mehr…)

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