"Steckbrief": Dan
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- Profil: Dan Pastierik, seit 1994 Wahl-Prager, ist freier Mitarbeiter von Tschechien Online und ein leidenschaftlicher Verächter von böhmischen Knödeln mit Sauerkaut und Schweinefleisch.
Beiträge von Dan:
Obamas Rede in Prag - Original und Übersetzung
geschrieben am 9. April 2009 in Politik und ZeitgeschichtePanoramabild: Obama auf der Prager Burg
Wollte man Papierabzüge von allen Bildern machen, die Barack Obamas Prager Burgrede dokumentieren, müssten Europas Wälder wahrscheinlich dran glauben. Zum Glück leben wir aber im Zeitalter der Digitalfotografie. Hier eine wunderbare 360-Grad-Panorama-Aufnahme, vom amerikanischen Fotografen Jeffrey Martin angefertigt.
Obama in Prag - ein Zeugenbericht
Für große Worte oder gar Pathos haben die Tschechen wenig übrig - am wenigsten aus dem Mund von Politikern. Am Sonntag aber zogen zigtausende auf den Hradschin, um einem Politiker zuzuhören, der für seine mitreißenden und visionären Reden bekannt ist. Unter den Zuhörern befand sich auch der Journalist Alexandr Mitrofanov, einer der prominentesten politischen Kommentatoren Tschechiens. Obwohl er nach eigener Aussage “jahrelang im Misstrauen zu Politikern geübt” ist, beeindruckte ihn Barack Obama, dem er “glauben würde, dass er, was er sagt, auch meint.” Nachfolgend eine Übersetzung von Mitrofanovs Artikel in der linksliberalen Tageszeitung Právo.
Tom Waits in Prag - verpasst und gesehen
Well, Frank hung his wild years on a nail, that he drove through his wife’s forhead. Die makabre Captatio, beiläufig über beliebiges Jazz-Geplätscher geplaudert, war das erste, was ich von Tom Waits bewusst hörte. Der Anfang der “Platte” war im Gespräch am Küchentisch unserer WG untergegangen.
Aber die schräge Gitarre, die melancholischen Bläsersätze und der Säuferbariton mit dem bizarren Falsett hatten mich neugierig gemacht. Wer ist denn das? Tom Waits nicht zu kennen, war damals, im Winter 1985/86, keine Schande.
Pasta mit Brennesseln, Sahne und Parmesan
Endlich ein warmer Samstag. Wir nutzen ihn zu einem Ausflug aufs Land und zur Pflege einer frühjährlichen Familientradition, die ich von meiner Mutter übernommen habe und im Begriff bin, an meine Kinder weiterzugeben: Brennnesseln sammeln und hinterher auf alle möglichen Arten zum Essen zubereiten. Es ist eine leckere (billige sowieso) und sehr gesunde Alternative zum gewöhnlichen Spinat - vorausgesetzt, man kennt von Verkehr, Agrarchemie und Gassigehern verschonte Stellen. So eine liegt am Ufer der Jizera (Iser) unweit des Dörfchens Kochánky (Karte).
Atompilz im Schwammerlparadies
Wenn es einen Preis für die langweiligste Sendung im tschechischen Fernsehen gäbe, wäre Panorama ein ganz heißer Kandidat: Zu einer Hintergrundmusik wie aus dem Supermarkt laufen Webcam-Aufnahmen aus allen möglichen tschechischen Erholungsgebieten, eingeblendet die aktuellen Temperaturen und Windverhältnisse, eine Dreiviertelstunde lang, jahrein, jahraus. Nur einmal tat sich in Panorama was: Am Sonntag, dem 17. Juni 2007, wurden kurz nach acht Uhr morgens Bilder einer Atombombenexplosion über dem Riesengebirge ausgestrahlt. Seither kennen auch TV- und Morgenmuffel wie ich die Sendung. Den ganzen Beitrag lesen »
Begegnung mit einer tot geglaubten Spezies
Von den vielen deutschen Wörtern, die sich die tschechische Alltagssprache einverleibt hat, ist mir dieser Tage eines besonders in Erinnerung gekommen: vekslák. Es stammt vom deutschen “wechseln” und bezeichnet eine Person, die sich irgendwelchen - meist krummen - Tauschgeschäften widmet, etwa dem illegalen Handel mit Devisen.
Die veksláci, so die Mehrzahl, erlebten ihr goldenes Zeitalter in der Tschechoslowakei der 70er und 80er Jahre, als im real existierenden Sozialismus Schwarzmarkt und Schattenwirtschaft blühten. Mit dem Phänomen setzte sich der 1987 erschienene Film Bony a klid (in etwa “Gutscheine und Ruhe”) von Vít Olmer und Radek John auseinander - ein vekslácký thriller.
