Es wird ganz ruhig in Berlin, wenn man die belebte und von unzähligen Geschäften (meistens Ramschläden, Second-hand-Shops und Dönerstände) gesäumte Karl-Marx-Straße in Neukölln verlässt, in den Karl-Marx-Platz einbiegt, da, wo Böhmisches Dorf ausgeschildert ist, und als man schließlich den Richardplatz erreicht hat, ist kaum mehr etwas zu hören. Nahezu menschenleer ist es hier, irgendwie idyllisch.
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"Steckbrief": David Zimmermann
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Das böhmische Exulantendorf Rixdorf in Berlin Neukölln
So dies und das: Eine Hommage an Prag in Anekdoten.
Es schneit in Prag. Es ist nicht zu übersehen. Schön ist das, bisschen matschig auch, man kommt langsamer voran als sonst, kalt natürlich sowieso, aber alles in allem: schön. Eine schöne Stadt, denke ich. Verstärkt denke ich das, seit ich aus meinem Heimaturlaub über Weihnachten zurückgekehrt bin. Ich will gar nicht weg, doch genau das wird passieren, in ziemlich genau einem Monat. Seit ich wieder da bin, erscheint mir alles hier, naja, nicht leicht, aber gut und freundlich. Vielleicht liegt das auch daran, dass ich bald gehe, dass die Zeit hier sich dem Ende zuneigt, vielleicht aber auch nur daran, dass ich mich gewöhnt habe an die große Stadt, die langen Metrofahrten, diese verzwickte Sprache.
Eine Stadt des Wassers und des Windes - Bratislava.
Preisfrage: Worin besteht der Unterschied zwischen Tschechien und der Slowakei? Antwort:
In Bratislava darf man in den Kaffees nicht rauchen. Das liegt bestimmt an den Auflagen, die mit der Euro-Einführung einhergehen, denke ich. In der Slowakei gibt es nämlich den Euro, seit Anfang dieses Jahres. Ansonsten ist es nett in Bratislava, es gibt eine Burg, seit Freitag einen Weihnachtsmarkt, zwei, um genau zu sein. Kleine schöne Gässchen, kleinstädtische Atmosphäre auch, zumindest in der Altstadt. Es ist schwer vorstellbar, dass es sich um eine Hauptstadt handelt, ich denke mir, da könnte man in jede größere deutsche Stadt eine Burg stellen, die Donau dazu, und voilà: eine Hauptstadt.
Donuts statt Knüppel – 20 Jahre Samtene Revolution

Zuerst sah ich das Feuerwerk. Ich habe noch nie so viele Feuerwerke gesehen wie in Prag, meistens wunderschön. Die Menschen auf der Straße sangen die Hymne, „Kde domuv muj“, und dann die zweite Strophe, die slowakische. Ich bin beeindruckt, überwältigt. Ich kann mir gar nicht vorstellen, dass das Prag ist, die Stadt, in der ich nun schon seit knapp vier Monaten lebe. Doch es ist Prag, meine Stadt, da im Fernsehen. Ja, im Fernsehen, ich muss gestehen, ich war nicht auf der Demo. Arbeit, kochen, einkaufen, solche Sachen, dann war es 6 Uhr abends. Ich fahre los, Tramvaj 18, so wie immer, hier in Petriny ist es ganz ruhig.
