Das internationale Filmfest in Zlín, einer relativ kleinen, in Ostmähren gelegenen Stadt, ist nicht nur ein Filmfest für Kinder und Jugendliche, sondern auch eines mit ihnen, über sie und von ihnen. Neben dem Hauptprogramm (Filme, Filme, Filme, die übrigens alle kostenlos sind) gibt es ein Rahmenprogramm, das kreative Aktionen, live Musik, Seminare, psychologische Beratung, Ausstellungen und Preisverleihungen beinhaltet. Drei Tage habe ich mich durch die Film- und Fernsehwelt treiben lassen und war mehr als nur einmal überrascht, begeistert und betroffen.
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"Steckbrief": Georgina
- Website: http://blogs.tschechien-online.org/author/georgina/
- Profil: 1980 in Hannover geboren, in Dresden, San José (Costa Rica) und Ostrava (Tschechische Republik) studiert. Lebt jetzt in Prag und wird hier wohl auch erstmal bleiben.
Beiträge von Georgina:
Zlín - eine Stadt im Filmfieber
Bergbau, Plattenbau, Partystraße - mit einem Wort: Ostrava
Ostrava – wem der Name etwas sagt, der verbindet ihn vermutlich mit einer grau-braunen Stadt, die irgendwo im Osten der Tschechischen Republik liegt und außer der Partystraße Stodolní nicht viel zu bieten hat. Ich habe dort ein halbes Jahr gelebt und die Zeit sehr genossen, auch wenn Winter war und die mährische Stadt tatsächlich auf den ersten Blick trist bis trostlos und vornehmlich des Nachts bevölkert zu sein scheint. Jetzt haben mich die alten Erinnerungen gepackt und ich bin nach vier Jahren zum ersten Mal wieder hingefahren, um den Ort mit frischem Blick zu sehen.
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Mit dem Fahrrad durch Prag
Wie habe ich es doch vermisst, mein Fahrrad! Mein wunderschönes, altes, schwarzes Hollandherrenrad! Und nun ist es endlich hier in Prag, damit es mich – schneller als jede Metro, Tram oder meine eigenen Füße – überall hinbringen kann. Warum habe ich es eigentlich nicht schon früher geholt, mein Velo? Ach richtig, Fahrradfahren ist in Prag nicht sehr üblich. Und das ist noch stark untertrieben. Fahrradfahren ist gefährlich, da gibt es keinen Zweifel. Aber ich werde trotzdem fahren und dabei lernen mich sicher durch die chaotischen Straßen der Hauptstadt zu bewegen, ohne mich auf 50 Metern dreimal überfahren zu lassen, in die Straßenbahnschienen zu geraten oder ständig Touristen umzumangeln.
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Das Phantom der Oper
Erst kürzlich, an einem wunderschönen sommerlichen Spätfrühlingstag, bekam ich eine Einladung in die Oper. Ich muss gestehen, dass ich mich zunächst nicht gerade überschwänglich gefreut habe. Aber natürlich bin ich hingegangen, Einladung ist schließlich Einladung und diese war dazu auch noch eine romantische. Ich warf noch ein paar letzte wehmütige Blicke hinaus in den Sonnenschein, von dem ich am Anfang des Sommers gar nicht genug kriegen kann, doch das Phantom der Oper lockte mich und so vergaß ich Badesee, Wassermelonenpicknick und Frisbeespiel.
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Olééé olé olé olé…
Was bringen wir mit dieser Zeile wohl als erstes in Verbindung? Klar, Fußball! Durch Zufall bin ich vor einigen Tagen an zwei Freikarten für ein Spiel des AC Sparta Praha und des SK Dynamo Ceské Budějovice gekommen. Obwohl ich kein Fußballfan bin (es sei denn, es handelt sich um Tischfußball), war ich furchtbar neugierig, wie sich wohl die tschechischen Fans in dem ihnen angestammten Revier benehmen. Mit meiner mutigen und nicht minder neugierigen Mitstreiterin bin ich also am vergangenen Samstag ins Axa Stadion auf dem Letná in Prag gefahren, um den blau-gelb-roten Fußballfans beim Anfeuern zuzuschauen. Und natürlich den Spielern unten auf dem Feld.
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Drei Stunden wie Minuten
Vermutlich findet keiner, der es kennt, das Prager Kongress Zentrum beim Vyšehrad ansprechend. Ist es auch nicht, weder von außen noch von innen. Aber wenn der Richtige kommt, um den großen Saal zu füllen und zum Tanzen zu bringen, ist es völlig egal, wie der Raum aussieht, wie sich draußen das Wetter benimmt oder wer gerade Präsident in Amerika ist. Und Goran Bregović war der Richtige, um sein Publikum fast drei Stunden lang die Zeit, das Atmen und das Nachdenken vergessen zu lassen. Spaß gemacht hat es, unbeschreiblich viel Spaß und auch zwei Tage später noch fällt es mir schwer, all die verschiedenen Gefühle, die mich während des Konzertes überkommen haben, in Worte zu fassen.
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Český Krumlov, Perle des Böhmerwaldes oder Venedig an der Moldau
Das beschaulich romantische Städtchen Krummau (oder auch Böhmisch Krumau) liegt etwa 180 Kilometer südlich von Prag in einer verschlungenen Moldauschleife. Als UNESCO-Welterbe ist der kleine Ort mit nicht einmal 14 000 Einwohnern ein Touristenmagnet ohnegleichen. Um mich selbst davon zu überzeugen, bin ich mit einem tschechischen Freund über die Ostertage hingefahren.
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Zauberzirkus in der Laterna magika
Touristen, die Prag besuchen und ein bisschen Zeit mitbringen, wird oft ein Besuch in der „Laterna magika“ empfohlen. Diese ganz eigene Art des Theaters wurde in der Tschechoslowakei entwickelt und hat sich bis heute als große Publikumsattraktion gehalten.
Gestern war ich endlich auch einmal dort, um mir mit eigenen Augen den „Zauberhaften Zirkus“ anzuschauen, der dort aufgeführt wurde.
Cross Club Culture
Der Cross Club ist ein guter Ort für alle, die gerne ein Bier in verrückter Umgebung trinken, Tischfußball spielen, tanzen und live-Musik hören. So vielfältig wie das Angebot im Cross ist, so vielfältig ist das Ambiente, in dem sich der Club befindet. In der Nähe des Bahnhofs Holešovice gelegen, ist er auch von außen schon Aufsehen erregend. Es sieht fast ein bisschen so aus, als würden metallene Pilze aus dem Gebäude wachsen, etwa wie an einem Baumstamm. Erst bei genauerem Hinsehen stellt der aufmerksame Betrachter fest, dass es sich bei den Pilzen um kleine Terrassen handelt, die scheinbar ohne Sinn und Ordnung am Haus angebracht sind. Ein Brunnen vor dem Tore sorgt im Sommer für entspannte Atmosphäre, im Winter für bizarre Eisskulpturen.
Ein Tag in der Medúza
Heute ist Samstag und es regnet. Das ist gemütlich. Ich kann im Bett liegen und dem Regen lauschen, der auf meine schrägen Dachfenster prasselt. Durch die Vorhänge sehe ich das schnelle Licht- und Schattenspiel der Wolken. Es scheint windig und recht ungemütlich draußen zu sein, was mich nicht weiter stört. Ich drehe mich noch einmal um und versuche weiterzuschlafen. Das ist nicht so einfach, denn es ist Samstag und das bedeutet, es ist Putztag.
