Schechen gegen Tschotten oder was? Nein, beim letzten Testspiel der tschechischen Fußball-Nationalmannschaft vor der Europameisterschaft war dann doch alles klar. Vier Tage zuvor beim Spiel gegen Litauen im Stadion Eden ertönte noch fälschlicher Weise die Hymne Lettlands. In Stadion auf der Letna gegen die Schotten konnte das sowieso nicht passieren, denn die singen ja bekanntlich selber.
"Steckbrief": MichaelMagercord
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- Profil: Michael Magercord arbeitet als freier Journalist in Prag.
Beiträge von MichaelMagercord:
Schechen gegen Tschotten oder was?
Musikfestival “Prager Frühling” beginnt wie immer: mit Smetana und Vaterland
Der “Prager Frühling” (Pražské jaro) hat begonnen, wie immer am 12. Mai, dem Todestag von Bedřich Smetana, und wie immer erklang dessen symphonischer Zyklus “Mein Vaterland” (Má vlast) im Obecní Dům. Wo auch sonst, denn seit 1946 ist das so, einzig das Orchester ist jedesmal wieder ein anderes, wobei dieses Mal den Brünner Philharmonikern unter der bewährten Leitung von Petr Altrichter diese Ehre zuteil wurde.
Und es soll ja Musikliebhaber geben, die sich auf die Beurteilung der Interpretation dieses einen Stückes an eben jenem alljährlichen Ereignis spezialisiert haben. Oder fragen Sie den jeweiligen Präsidenten des Landes, auch der hört von seiner Loge aus das erbauliche Stück jedesmal aufs Neue.
Verdis Falstaff vom Nationaltheater neu inszeniert
Eigentlich ist in Prag ja die Staatsoper das Terrain Verdis, dort nämlich, wo der Gefangenenchor mindestens zweimal im Monat erklingt, und wo Arien aus Aida oder Rigoletto umgehend beklatscht werden. Doch nun findet ausgerechnet im Nationaltheater, wo man nur applaudiert, wenn der Vorhang fällt, Verdis einzige komische Oper „Falstaff“ ihre erste Prager Neuinszenierung seit etlichen Jahren - und die wird tatsächlich zu einem komischen Abend.
Es hieß, der 80jährige Giuseppe Verdi hätte während der Komposition des Falstaff 1893 bereits geahnt, dass es seine letzte Oper werden würde.
Ost-westliche Klangavantgarde bei Pražské premiéry in Prag
Am Sonntag fand die vierte Ausgabe des Festivals Pražské premiéry (Prager Premieren) mit der Aufführung des monomentalen Chorwerkes “Gotteskinder” des 30-jährigen tschechischen Komponisten Jiří Kadeřábek einen dramatischen Abschluss.
Die Philharmonie Zlín und der Chor der slowakischen Philharmonie boten unter der souveränen Leitung von Jakob Hruša noch einmal alles auf, was die zeitgenössische Musik heute zu bieten hat: Computerklänge, Ratschen vom Zerreißen von Zeitungen, aber auch hochmelodische Streicher- und Gesangspassagen aus folkloristischen Musikzitaten.
Damit war es vollbracht: Über eine Woche lang wurden in Prags schönstem Konzertgebäude, dem Rudolfinum, neueste und allerneueste Kompositionen der ernsten Musik zum guten Teil uraufgeführt, Musik also, die unter dem Label Neue Musik mittlerweile schon einen etablierten Platz im Kanon der ernsten Musik gefunden hat.
Prager Premieren im Zeichen des Ausdrucks
Traditionen lassen sich heutzutage ja sehr schnell begründen, somit gehört das nun zum vierten Mal stattfindende Festival für zeitgenössische Musik bereits zum prall gefüllten Prager Kulturkalender. Unter dem Namen Pražské premiéry (Prager Premieren) werden im Rudolfinum seit vergangenem Samstag eine Woche lang neueste Werke von Komponisten aus Tschechien und ausgewählten europäischen Ländern zu hören sein.
Dieses Mal steht das Festival unter dem Motto Blick nach Südwesten, unter den fast fünfzig orchestralen und zwanzig kammermusikalischen Kompositionen werden auch etliche von Tonkünstlern aus Westeuropa hier ihre Uraufführung erleben.
