"Steckbrief": MichaelMagercord

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Profil: Michael Magercord lebt und arbeitet als freier Journalist in Dünkirchen und Prag.

Beiträge von MichaelMagercord:

Verantwortung für Schall und Rausch

Wochenausblick auf das Prager Kulturleben

NanohachDas reiche Kulturangebot in Prag übersteigt jede Möglichkeit der Wahrnehmung. Für jeden etwas, heißt es ja immer beschwichtigend, wenn niemand mehr einen Überblick hat. Habe ich auch nicht, trotzdem muß man eine Auswahl zu treffen. Aber wie?

Ein wenig Orientierung verhieß letzte Woche ein Vortrag. Im Institut Français diskutieren Antoine Garapon, einstiger Chef der Liga der Menschenrechte, und Šimon Pánek, Direktor der größten tschechischen NGO Človek v tísni über den Zusammenhang von Wirtschaft und Menschenrechten und warben in Anbetracht der globalen Lage für eine verantwortungsbewußte Rolle der Konsumenten. Unwillkürlich fragte sich der gequälte Prager in Anbetracht des täglichen Anblicks des globalen Massentourismus und seinen kulturnivellierenden Auswirkungen, wie es da um die Verantwortung eines Kulturkonsumenten steht?

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geschrieben am 11. November 2008 in Kultur, Musik

Wie Klavier und Violoncello dem Verpackungsbetrug trotzen

Martinu CoverEin tristes, allerdings auch schönes Bild der Pariser Seine auf dem Cover der neuesten Einspielung des Cello-Klavier Duos Jamník/Kahánek – wenn das man nicht schon den Tatbestand des Verpackungsbetruges erfüllt.

Denn die Musik, die wir auf diesen Aufnahmen vom April 2008 hören, spielt in Böhmen, Mähren und der Slowakei. Es sind Kompositionen von drei tschechischen Komponisten aus dem 50er Jahren, zwei späte Werke von Bohuslav Martinů, und jeweils ein Frühwerk der Ende der 20er Jahre geborenen Petr Eben und Luboš Sluka. Meisterhaft stehen alle diese Stücke für das, was die tschechische Tonkunst bis heute auszeichnet: Die Verbindung traditioneller Wurzeln mit neuesten Kompositionstechniken und der Mut zum komplexfreien Zugriff auf bestehende Schemata aus der reichen Folklore, der nicht durch einen zwanghaften Trieb zum Bruch mit allen Hörgewohnheiten seiner Mitmenschen getrübt wird.

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geschrieben am 7. Oktober 2008 in Kultur, Musik

53 Jahre Vorbereitung - 13. Festival der Orgelmusik endet mit Konzert von Naji Hakim

Der Prager Herbst ist da, und damit auch ein gleichnamiges Musikfestival. Man erkennt es an den zwei schnittigen Neuwagen, die die Stufen des Konzerthauses Rudolfinum verstellen. Von solchen Festivals, deren Inhalt und Ausschmckung einzig von den Werbeansprchen ihrer Sponsoren geleitet werden, hat Prag etliche zu bieten, was Wunder, gilt es hier doch im Gegensatz zu anderen Kunst-Metropolen der Welt immer noch als schick, kulturelles Engagement besonders protzig zu bekunden.

Genug davon, doch was tun? Ab in die Kirche! Üblicherweise wird in Prager Kirchen den Touristen ein schnelles Musikmenü a la McMusic angeboten, doch nicht so in der Barockkirche Sv. Jakub. Dort nämlich wurden im Rahmen des 13. internationalen Festivals Audite Organum im Wochenrythmus acht Orgelkonzerte mit Organisten aus Europa, den USA und Israel abgehalten.

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geschrieben am 29. September 2008 in Kultur, Musik

Experimente bitte - Tschechische Philharmonie nimmt Spielbetrieb der 113. Saison auf

Der Prager Sommer ist vorbei, die Aufnahme des Spielbetriebs der großen Häuser der Stadt legt Zeugnis davon ab. Im Rudolfinum, dem größten Musiksaal Prags und Stammsitz der Tschechischen Symphonie, steht eine Saison mit etlichen Abwechselungen an. Das liegt auch daran, dass es für das bedeuteste Orchester Tschechien eine Saison ohne Chefdirigent sein wird.

Der designierte neue Chefdirigent und ausgewiesene Mahler-Experte Eliahu Inbal wird zwar im April bereits ein Programm dirigieren, seine neue Position aber erst in der folgenden Saison aufnehmen.

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geschrieben am 16. September 2008 in Kultur, Musik

Prague Proms - Prags postmodernstes Musik-Festival

Prague Proms Plakat“Prague Proms” heisst das jüngste der großen Musikfestivals in Prag. Dessen vierte Ausgabe fand ihren diesjährigen Abschluss am Sonntag mit einem klassischen Klassikkonzert, welches durchaus auch als durchschnittliches Abonnentenkonzert der Prager Symphonie hätte durchgehen können.

Und trotzdem ist diese dreiwöchige Veranstaltung mit 18 Konzertabenden das modernste Festival, das Prag zu bieten hat. Nicht nur, dass es schon gar keinen tschechischen Namen mehr trägt - “Proms” läßt sich ebensowenig wie Public Viewing in irgendeine andere Sprache übersetzen und soll wohl soviel bedeuten, dass hier Prominentes geboten wird -, es ist vor allem die Mischung, die sich hinter diesem Namen verbirgt, die geradezu postmoderne Züge trägt.

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geschrieben am 5. August 2008 in Kultur, Musik

Der Prager Frühling geht am 4. Juni zu Ende

Auf den Prager Frühling (Pražské jaro) ist einfach Verlass: Nicht nur auf die wiederkehrenden Rituale zu Eröffnung und Ende und nicht nur auf die heutzutage in den Konzertsälen auf Großfestivals üblich gewordene Ekstase nach dem Musik-Ereignis, auf die stehenden Ovationen und Begeisterungsstürme eines sich selbst beklatschenden Publikums, das scheinbar jedes Konzert, dem es beigewohnt hat, unbedingt zu einem einmaligen Event hochapplaudieren muss.

Nein, auch auf die Qualität der Darbietungen vor allem in etwas am Rande liegenden Veranstaltungen ist beim Prager Frühling Verlass.

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geschrieben am 3. Juni 2008 in Musik

Schechen gegen Tschotten oder was?

Schechen gegen Tschotten oder was? Nein, beim letzten Testspiel der tschechischen Fußball-Nationalmannschaft vor der Europameisterschaft war dann doch alles klar. Vier Tage zuvor beim Spiel gegen Litauen im Stadion Eden ertönte noch fälschlicher Weise die Hymne Lettlands. In Stadion auf der Letna gegen die Schotten konnte das sowieso nicht passieren, denn die singen ja bekanntlich selber.

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geschrieben am 1. Juni 2008 in Sport, Vermischtes

Musikfestival “Prager Frühling” beginnt wie immer: mit Smetana und Vaterland

Der “Prager Frühling” (Pražské jaro) hat begonnen, wie immer am 12. Mai, dem Todestag von Bedřich Smetana, und wie immer erklang dessen symphonischer Zyklus “Mein Vaterland” (Má vlast) im Obecní Dům. Wo auch sonst, denn seit 1946 ist das so, einzig das Orchester ist jedesmal wieder ein anderes, wobei dieses Mal den Brünner Philharmonikern unter der bewährten Leitung von Petr Altrichter diese Ehre zuteil wurde.

Und es soll ja Musikliebhaber geben, die sich auf die Beurteilung der Interpretation dieses einen Stückes an eben jenem alljährlichen Ereignis spezialisiert haben. Oder fragen Sie den jeweiligen Präsidenten des Landes, auch der hört von seiner Loge aus das erbauliche Stück jedesmal aufs Neue.

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geschrieben am 13. Mai 2008 in Kultur, Prag

Verdis Falstaff vom Nationaltheater neu inszeniert

Eigentlich ist in Prag ja die Staatsoper das Terrain Verdis, dort nämlich, wo der Gefangenenchor mindestens zweimal im Monat erklingt, und wo Arien aus Aida oder Rigoletto umgehend beklatscht werden. Doch nun findet ausgerechnet im Nationaltheater, wo man nur applaudiert, wenn der Vorhang fällt, Verdis einzige komische Oper „Falstaff“ ihre erste Prager Neuinszenierung seit etlichen Jahren - und die wird tatsächlich zu einem komischen Abend.

Es hieß, der 80jährige Giuseppe Verdi hätte während der Komposition des Falstaff 1893 bereits geahnt, dass es seine letzte Oper werden würde.

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geschrieben am 10. Mai 2008 in Musik, Prag
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