"Steckbrief": NKoehler

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Profil: Niels Köhler, geboren 1969 in Göttingen. Lebt und arbeitet seit 1997 in Prag.

Beiträge von NKoehler:

Eishockey-WM: Unser Mann in Finnland

Video: “Karrrrrel Rrrrrrrahunek!”: Finnischer Sportreporter outet sich als Tschechien-Fan

Dass Sportreporter bei spannungsgeladenen Wettkämpfen zuweilen ihren Emotionen ungezügelt ihren Lauf lassen kommt vor. Hin und wieder einen Urschrei durch den Äther zu jagen, gehört in der Branche zum guten Ton und gewissermaßen wohl auch zum Berufsethos. Dass ausgerechnet ein “unbeteiligter” ausländischer Kommentator vor Begeisterung ausflippt, dürfte jedoch eher Seltenheitswert haben.

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geschrieben am 25. Mai 2010 in Sport

Video: Hunderte Eier prasseln auf Jiří Paroubek nieder

Wahlkampf in Tschechien: Mit einem einzelnen geworfenen Ei fing es vor ein paar Tagen an. Inzwischen hat sich es sich zu einer Art Volkssport entwickelt: Wo auch immer der Vorsitzende der tschechischen Sozialdemokraten mit seinem Wahlkampfteam auftaucht, wird ihm ein Empfang der besonderen Art beschert. So auch gestern bei einem Auftritt in Prag am Anděl.

Eine entfesselte Menge (Helmut Kohl würde sicher gesagt haben “der Mob”)  bewarf nicht nur nur den ČSSD-Spitzenkandiaten, sondern gleich das gesamte sozialdemokratische Wahlkampfteam mit hunderten von Eiern. Selbstverständlich wieder einmal ein gefundenes Fressen für Journalisten, die ebenfalls voll drauf hielten - mit ihren Kameraobjektiven.

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geschrieben am 28. Mai 2009 in Politik und Zeitgeschichte

Im Zeichen des Schafskopfs gegen Lissabon

Seit Monaten geisterte sie einem irrlichternden Phantom gleich durch die tschechische politische Landschaft: Von Staatspräsident Václav Klaus lautstarkt herbeigesehnt, von vielen in der regierenden ODS gefürchtet, für andere ein Hoffnungsschimmer, für die Meinungsforschungsinstitute allemal ein Forschungsobjekt. Alle redeten von ihr, die Medien schrieben über sie, nur gesehen hatte sie noch keiner. Und der Gründungsvater in spe gab derweil unzählige Zeitungsinterviews, in denen er es fertig brachte, seitenweise gar nichts zu sagen.

Heute dann also war es soweit: Petr Mach, der Chef des in Prag ansässigen Zentrums für Wirtschaft und Politik (CEP) mit dem bubenhaften Gesicht und dem markanten Kafka-Mittelscheitel, stellte Name, Programm und Gründungskomitee der neuen Partei vor, die von den Medien vorab mit dem Label “euroskeptisch” versehen worden war. Gründungskomitee: Ehemalige Mitglieder der ODS - bis auf eine Ausnahme, den Schriftsteller und Journalisten Benjamin Kuras (im Bild links). Programm: Anti-Lissabon, ansonsten neoliberal. Name: Strana svobodných občanů - SSO (Partei Freier Bürger). Als Logo hat sich die Partei einen sich aufbäumenden Schafsbock auf grünem Grund ausgesucht.

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geschrieben am 13. Januar 2009 in Politik und Zeitgeschichte

Kriminalstatistik: Prag verkündet “historischen Erfolg” gegen Sprayer

Nein, wer glaubt, nur weil in der Überschrift das Wort “Statistik” auftaucht, würde nun einem pawlowschen Reflex folgend das einschlägige Zitat des Zigarre rauchenden britischen Kriegspremiers bemüht, liegt völlig falsch.

Warum denn auch immer Zahlen anzweifeln?! Zumal im konkreten Fall jeder einzelne Fall offenbar polizeilich und somit höchstamtlich dokumentiert ist, wie die heute von der Hauptstadt Prag herausgegebene Pressemitteilung vermuten lässt.

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geschrieben am 12. Januar 2009 in Politik und Zeitgeschichte, Prag

Aha!: “Václav Klaus ist homosexuell”

aha2012.jpgVor dem Gesetz sind alle Menschen gleich. Dass sich dieser heere Grundsatz nicht auf die Medien übertragen lässt, liegt auf der Hand. Schließlich interessiert Otto Normalverbraucher nun einmal nicht so sehr, was seinesgleichen treibt. Viel mehr interessiert es ihn, was und vor allem wie es die Mächtigen und Reichen, die Stars und Sternchen treiben.

Dafür liegen dann die Paparazzi aber auch nicht im Schrebergarten auf der Lauer. Auf die Gelegenheit zum Abschuss warten sie logischerweise dort, wo die medialen Zwölfender unterwegs sind. Ist ein Kapitaler dann unter widrigen Jagdbedingungen zur Strecke gebracht, wird die Trophäe in Form eines möglichst verwackelten Fotos in den Boulevardmedien zur Schau gestellt. Oder etwa nicht?

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geschrieben am 22. Dezember 2008 in Boulevard, Politik und Zeitgeschichte

“Nemyslíš - Zaplatíš!” - Schockkampagne ohne Schockeffekt

Jährlich verlieren in Tschechien rund 1000 Menschen ihr Leben im Straßenverkehr. Alle Versuche, den täglichen Irrsinn auf Tschechiens Straßen zu bändigen, sind bisher mehr oder minder gescheitert. Weder großangelegte kampagnenartige Verkehrskontrollen (”Kryštof”) noch die Einführung eines Punktesystems vor gut zwei Jahren brachten die erhoffte langfristige Trendwende.

Jüngster Versuch, die gemeinhin als besonders rücksichtlos und aggressiv geltenen tschechischen Autofahrer zur Räson zu bringen, ist eine vom Verkehrsministerium initiierte und finanzierte Schockkampagne.

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geschrieben am 25. November 2008 in Politik und Zeitgeschichte, Vermischtes

Prügelknabe Topolánek

Der Erfolg hat bekanntlich viele Väter, der Misserfolg ist ein Waisenkind. Nach den verlorenen Regional- und Senatswahlen muss sich ODS-Chef Mirek Topolánek so einsam gefühlt haben, dass er am Samstagnachmittag zur Pressekonferenz im ODS-Hauptquartier auf der Prager Kleinseite sicherheitshalber seinen 15 Monate alten Sohn Nicolas mitnahm. Topoláneks “Parteifreunde” Pavel Bém und Petr Bendl hielten lieber Distanz und schauten sich die für die ODS niederschmetternden Zahlen in den Räumen des Prager Magistrats an, auf der anderen Seite der Moldau.

Zu wenig Distanz für den Geschmack des tschechischen Regierungschefs hielt dagegen ein Fotograf des Boulevardblattes Blesk. Wie ein Blitz aus heiterem Himmel traf den bei der Berufsausübung die väterliche Faust des Premiers mitten ins Gesicht, mit dem ihn ansonsten offenbar eine Duzfreundschaft verbindet. “Was fotografierst du hier? Woher nimmst du die Frechheit?!” herrschte der den Paparazzo an (Video). Eine reflexhafte Überreaktion angesichts blank liegender Nerven?

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geschrieben am 27. Oktober 2008 in Boulevard, Politik und Zeitgeschichte

Wahlweise: Tsunami oder Armageddon

Nach der Wahl ist vor der Wahl - so könnte man heute, ähnlich einem sportlichen Ergebnis, die politische Situation in Tschechien zusammenfassen. Gewiss, nicht besonders originell könnte man einwenden, aber doch treffend. Am Wochenende hatten die oppositionellen Sozialdemokraten einen erdrutschartigen Sieg bei den Kommunalwahlen eingefahren. Die regierende ODS dagegen erlitt eine verheerende Niederlage.

Doch weder ist auf der einen Seite Zeit, in lautes Triumphgeheul zu verfallen, noch kann der Wahlverlierer in aller Ruhe seine Wunden lecken. Denn Mittwoch muss sich Premier Topolánek mit seiner Koalitionsregierung der Vertrauensabstimmung im Abgeordnetenhaus stellen und am kommenden Wochenende steht die zweite Runde der Senatswahlen an, in der die Kandidaten in die Stichwahl gehen.

Für ČSSD-Chef Jiří Paroubek war es der erste Wahlsieg, seit er die Führung der sozialdemokratischen Partei im Frühjahr 2005 übernommen hat. Die befand sich nach dem quälend langen Abgang des damaligen Parteichefs Stanislav Gross in desolatem Zustand und lag in Umfragen bei nur noch zehn Prozent, Tendenz fallend. Für den seit jeher unterschätzten Mirek Topolánek dagegen bedeutete das Wahlwochenende das Ende einer langen Serie von Wahlsiegen. Er selbst wird nicht müde, dies anders akzentuiert zwar, aber doch zu betonen.

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geschrieben am 20. Oktober 2008 in Politik und Zeitgeschichte

Prags pfiffiger Oberbürgermeister Pavel Bém

In Deutschland kann manchmal der falsche Briefkopf auf einem harmlosen Schreiben das Ende einer Karrierre bedeuten oder zumindest das Amt kosten. So geschehen 1993 im Falle des damaligen Wirtschaftsministers Jürgen W. Möllemann von der FDP.

Der hatte einen Vetter und der hatte einen Plastikchip für Einkaufswagen, den er an den Mann bringen wollte. Eine “pfiffige Idee” befand Jürgen W. Möllemann und verfasste ein Empfehlungsschreiben für den Münzgeld-Ersatz. Dummerweise verwendete er dafür einen Briefbogen seines Amtes.

Damals gab es noch die D-Mark, aber kein Internet. Hätte es das Internet gegeben, hätte Jürgen W. Möllemann das Empfehlungsscheiben möglicherweise auf der Webseite seines Ministeriums in der Sektion für Pressemitteilungen veröffentlichen lassen. Oder auch nicht, denn gar so öffentlich sollte das Empfehlungsschreiben damals wohl wiederum auch nicht werden.

Etwas anders gelagert ist daher folgender Fall: Prag hat einen Oberbürgermeister, der zugleich auch stellvertretender Parteivorsitzender der Bürgerlichen Demokraten ist. Und als solcher ist er zwar auch Oberbürgermeister der tschechischen Hauptstadt geworden, vor allem aber liegt er als solcher mit seinem Parteichef Mirek Topolánek im Dauerclinch.

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geschrieben am 22. September 2008 in Politik und Zeitgeschichte

Tschechisch-Pflichttests für “Aliens”: Check your Czech

“Wer jetzt kein Haus hat, baut sich keines mehr.” Mit diesem Rilke-Vers pflegte mein Deutschlehrer kurz vor Klausuren die einschlägig bekannten Saisonarbeiter vor den geringen Erfolgsaussichten von zu spät einsetzendem Aktivismus zu warnen. Im Hinblick auf die geplanten Tschechisch-Pflichttests und die Tatsache, dass der Sommer seinen Zenit bereits überschritten hat, scheinen mir die mahnenden Zeilen aus dem “Herbsttag” ein guter Einstieg, um auf eine neue Webseite hinzuweisen, die das tschechische Schulministrium in Zusammenarbeit mit dem Pädagogischen Forschungsinstitut vergangene Woche gestartet hat.

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geschrieben am 8. August 2008 in Tschechische Sprache
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