Cineasten werden es sicherlich nicht übersehen haben: Am surrealistischen Mittagstisch wimmelt es nur so von Zitaten des Charlie-Chaplin-Klassikers “Goldrausch”. In einer der berühmtesten Szenen verspeist Chaplin dort als eingeschneiter hungriger Tramp genüsslich seinen eigenen Schuh. Den hatte er zuvor als Thanksgiving-Festmahl für sich und seinen Kumpel Big Jim (Mack Swain) in einer windschiefen Goldgräberhütte gekocht.
"Steckbrief": NKoehler
- Website: http://www.yperit.cz
- Profil: Niels Köhler, geboren 1969 in Göttingen. Lebt und arbeitet seit 1997 in Prag.
Beiträge von NKoehler:
Švankmajers “Food” (Teil 3): Dinner For One
Švankmajers “Food” (Teil 2): Naked Lunch
Nachdem die špekáčky zum Frühstück mit Bier im Pappbecher hoffentlich Appetit auf mehr gemacht haben, begeben wir uns nun zum Mittagessen. Beim zweiten Teil von Jan Švankmajers surrealistischem Anmimationsfilm tauchen wir ein in die gute alte, fast gänzlich untergegangene, Restaurant-(Un)Kultur der realsozialistischen Tschechoslowakei.
Švankmajers “Food”: Fast Food, Kannibalismus und der Stern im Michelin
Kulinarische und gastronomische Zeitenwende: Der erste Stern des Guide Michelin, der je an ein Restaurant in Osteuropa vergeben wurde, leuchtet seit einigen Tagen über dem Prager Restaurant Allegro und dem Hotel Four Seasons. Dank der geschickten italienischen Händchen von Meisterkoch Andrea Accordi (Foto).
Rauchender Colt reloaded: Stelldichein mit blonder Stewardess und Paparazzi
“Mit dem Liebes- und Privatleben von Politikern sieht man es in Tschechien allgemein nicht so eng. Es gilt zunächst einmal als Privatsache, getreu dem Motto: Lieben und lieben lassen. Außerheliche Affären, Seitensprünge, in die Brüche gegangene Familien - für die Boulevardmedien ist das natürlich trotzdem ein gefundenes Fressen.” Hatten wir das nicht schon einmal?
“Inauguration” mit Fanfarenklängen und Platin-Füllfederhalter auf der Prager Burg
Mit dem Liebes- und Privatleben von Politikern sieht man es in Tschechien allgemein nicht so eng. Es gilt zunächst einmal als Privatsache, getreu dem Motto: Lieben und lieben lassen. Außerheliche Affären, Seitensprünge, in die Brüche gegangene Familien - für die Boulevardmedien ist das natürlich trotzdem ein gefundenes Fressen.
Nachtrag zu Karel Kryl: Konzertausschnitt vom 3. Dezember 1989
Bei YouTube findet man den vom Tschechoslowakischen Fernsehen aufgezeichneten Mitschnitt eines Konzerts von Karel Kryl aus den Tagen der “Samtenen Revolution”.
Bei dem Konzert am 3. Dezember 1989 in der Sportovní hala in Prag (wo ist das heute? - ist das die T-Mobile-Arena auf der Výstaviště?!) singt Karel Kryl unter anderem “Morituri te salutant” und “Lásko”.
Todestag von Karel Kryl - Mercurius lässt grüßen
Nein, erinnert hat heute offenbar keine tschechische Zeitung daran. Warum auch, es ist schließlich kein rundes Jubiläum: Am 3. März 1994 starb in München der Liedermacher und Dichter Karel Kryl. Auch in meinem Kalender ist das Datum nicht rot angestrichen und so kann ein “Nachruf” oder “Karel-Kryl-Gedenkartikel” aus Zeitgründen getrost bis zum nächsten - dann 15. Jubiläumsjahr - warten.
Tschechinnen singen die deutsche Nationalhymne: …danach lasst uns alle sterben
Brüderlich mit Herz und Hand - von wegen: Was denken sich tschechische Schülerinnen für eine Klassenkamaradin als besonders fiese Strafe für eine verlorene Wette aus? Klare Sache: Sie lassen die Unglückliche in das viel zu enge Aerobic-Dress ihrer besten Freundin schlüpfen und sie in der Deutschstunde vor versammelter Klasse die deutsche Nationalhymne vorsingen.
Unbändige Freude in Tschechien über Oscar für Irglová - ehrlich
Wenn jemand Erfolg hat, dann sind in der Regel auch Neider nicht fern, die diesem Erfolg mit Missgunst begegnen. Das gilt in Tschechien vielleicht noch mehr als anderswo, betrachten die Tschechen doch selbst “Neid” als eine ihrer typischen nationalen Eigenschaften.
