Welcome to the Jungle

 100_2460jjj_450x5411.jpg

Eigentlich wollte ich an dieser Stelle nun der Welt kundtun, wie unheimlich geil es war, am letzten Samstag in Vagon gewesen zu sein, auf dem Konzert der Guns ‘n’ Roses-Revivalband gleichen Namens aus der Slowakei.

(mehr…)

HUDBA PRAHA v.s. JASNÁ PÁKA - Das Bandduell

100_1385_461x346.JPG

Es ist Samstag, wieder ist es dunkel und eiskalt. Diesmal stehe ich nicht an der Tramhaltestelle, sondern laufe im Eiltempo dorthin. Ich bin nämlich zu spät, viel zu spät. Gott sei dank ist Sylvia heute auch wieder nicht pünktlich, sodass ich kein schlechtes Gewissen haben muss. Als ich völlig außer Atem dort ankomme, steigt sie gerade aus der Tram. Oh, und da kommt auch schon die Nummer 9, die uns auch heute wieder tief in das ehemalige Arbeiterviertel Žižkov transportieren wird, wo wir auch heute Abend wieder auf ein Konzert gehen werden. Auch dieses Mal handelt es sich wieder um ein Urgestein der tschechischen Musikgeschichte. Ich freue mich, denn heute steht HUBDA PRAHA auf dem Programm und damit der direkte Vergleich mit der Band von gestern. Hatte ich gestern mit JASNÁ PÁKA sozusagen das Original der 1981 gegründeten Band gesehen, ist heute ihr Nachfolger an der Reihe. Denn nach nur zwei Jahren des Bestehens wurde JASNÁ PÁKA vom kommunistischen Regime verboten, da sie zu sehr dem Ideal einer Rockband westlicher Prägung entsprachen. Einige der Musiker hatten sich im Anschluss zu HUDBA PRAHA zusammengefunden, die bis vor kurzem das Erbe von JASNÁ PÁKA vertrat. Nun haben die Gruppen beschlossen, in Zukunft getrennte Wege zu gehen, und einzig Michal Ambrož ist noch Bestandteil beider Bands.

(mehr…)

Wie ein Phönix aus der Asche - Comeback der legendären Band JASNÁ PÁKA

 

100_1331_494x371.JPG

Ich stehe an der Tramhaltestelle „Švandovo Divadlo“, es ist stockdunkel und eiskalt. Fast auf den Tag genau vor zwei Wochen begann hier der Ausflug zu Billy Talent. Auch heute bin ich wieder unterwegs zu einem Konzert. Nach Žižkov ins Akropolis soll es gehen. Doch diesmal nicht zu einem internationalen Spitzenact, sondern zu einer der wohl besten tschechischen Rock-Bands ever. JASNÁ PÁKA wird heute nach fast 25 Jahren Bandpause, beziehungsweise nachdem sich Teile der Band zu HUDBA PRAHA ungeformt haben, auftreten und ihr Comeback feiern. Ich bin gespannt, handelt es sich doch hierbei um die erste tschechische Band mit der ich jemals in Berührung kam. Damals als ich noch ein Teenager war, und meine Liebe zu Prag noch nicht loderte. So manch einer der werten Leser mag sich daran erinnern, dass ich mich letztes Jahr im Oktober schon am Ziel meiner Träume wähnte, als ich in Pilsen auf einem Konzert von HUDBA PRAHA, sozusagen der Nachfolgeband von JASNÁ PÁKA, war. Und wer den Artikel damals gelesen hat, weiß auch, dass meine Erwartungen von dem Konzertspektaktel schlechthin, wie ich es aufgrund von Erzählungen von Konzerten von JASNÁ PÁKA aus den 80gern erwartet hatte, enttäuscht wurden. Doch heute Nacht sollte ich die „legendarni kapelna“, wie sie im Programm des Akropolis betitelt werden, im Original erleben und meine Erwartungen sollten diesmal mehr als erfüllt werden. (mehr…)

The Devil On My Shoulder - Billy Talent in der Tesla-Arena

jjjj_353x494.jpgSamstag, Eiseskälte, stockdunkle Nacht. Im Eilschritt laufen wir zur Tram. Wir sind spät dran. Kommt die 12 schon? Nein? Gut, dann noch schnell via Handy eine Fahrkarte für meinen Besuch ordern. Natürlich habe ich trotz diverser Erinnerungszettel vergessen in Andĕl noch schnell eine zu kaufen. Doch dank des technischen Fortschritt in Tschechien, den mein Besuch im Übrigen neidvoll zur Kenntnis nimmt, kann man hierzulande nun Fahrkarten mit einer Gültigkeit von 90min via SMS ordern. Einfach DPT an die 902 06 schicken und schon kriegt man einen Code, dem man dem Kontrolleur bei bedarf unter die Nase halten kann und ist nicht mehr hoffnungslos dem Schicksal ausgeliefert, wenn man mal wieder die Trafikaöffnugnszeiten verpasst hat oder sich irgendwo im Nirgendwo befindet. Nein, natürlich habe ich in der Eile das Handy vergessen und muss noch mal zurück. Nun aber schnell, wir sind echt spät dran. Gott sei dank, da kommt Tram No. 12 auch schon angebraust. Nichts wie rein. Ca. 20 Minuten später sind wir dann an der Tesla-Arena, wo heute Nacht Billy Talent die Halle zum kochen bringen wird.
(mehr…)

In der Kräutersammlung der Nachtoptiker

Junges Jazz-Ensembles „Noční optika“ im AghaRTA

nocnioptika.jpg

Eine neurotische Meditation gefällig? Oder gleich dem phlegmatischen Wahnsinn verfallen? Sonntagabend, den 8 November, spielt die Band „Nachtoptiker“ im Klub Agharta und bietet laut eigener Aussage genau das: neurotischen Phlegmatismus, Metropolenfieber und Waldesruh, hinauf in die Höhen von Wolkenkratzern und Baumwipfeln, und das alles ganz unten, in dem bekannten Prager Jazzkeller.
(mehr…)

Das europäischste aller Festivals feierte Abschluss

Esma RedzepovaLetzten Samstag ist die diesjährige Ausgabe desjenigen Festivals zu Ende gegangen, das immer wenn in Prag der Frühling herrscht, musikalische Kultur aus ganz Europa, ja der Welt durch ihre besten Protagonisten präsentiert: Khamoro, das Festival für die Kultur und Musik der Roma.

(mehr…)

Chillen im “Blind Eye”

p1000989.jpg
Um in der Prager ERASMUS-spezifischen Partyszene zu überleben, muss der gemeine europäische Student entweder von Hause aus einen grottenschlechten Musikgeschmack haben, oder sich diesen unter Schmerzen und mit der Hilfe von viel Alkohol antrainieren. Charthits der übelsten Sorte-und zwar nicht nur die aktuellsten- sind die bevorzugte Tanzmusik. Was dann nicht dem Pop-Mainstream zuzuordnen wäre, ist meistens elektrolastig. Fazit: laut, anstrengend, scheußlich. (mehr…)

Martinů - Yes, He Can!

martinu-nipponari.gifSo ein reiches Archiv muss man erst mal haben, wie das jene der Plattenfirma Supraphon. Allerdings muss man aus der Fülle auch immer wieder das richtige herausfischen. Das ist Supraphon nun einmal mehr gelungen, denn ein kleines Juwel sind die beiden Liederzyklen, die bereits 1988 eingespielt wurden und sich nun auf einer CD-Neuerscheinung zum Auftakt des Martinů-Jahres 2009 befinden.

In diesen beiden Frühwerken huldigte der junge Komponist der Asienbegeisterung, die vor hundert Jahren unter Europas Künstlern und allen, die es werden wollten, offensichtlich grassierte. Asien, das hieß vor allem China und Japan und die Begeisterung galt deren Lyrik und Grafiken aus bereits lange zurückliegenden Jahrhunderten. Vermutlich war es die Zeitlosigkeit, die der Poesie und Malerei aus Ostasien bis heute anhaftet, die in die aufregenden Vorkriegszeiten und den zukunftserregten Seelen ein wenig Entschleunigung brachte. Die Epoche der Romantik war vorbei, dafür hatte die rasante Gründungszeit gesorgt, doch ihre Sehnsüchte nach romantischer Hingabe waren und sind damit noch lange nicht erledigt.
(mehr…)

Ach mein lieber Schwan - Tschaikowskis beliebtestes Ballettstück im Nationaltheater

Von Anbeginn seiner Existenz in dieser Welt begleitete jegliche Kritik an dem Ballettwerk „Schwanensee“ von Pjotr Iljitsch Tschaikowski die kritische Kritik an der Kritik, und kritische Kritiker wurden seither vom begeisterten Publikum zur Hölle gewünscht. Und so wird es auch jedem Kritiker ergehen, der sich an einer Kritik über die Neuinszenierung im National Theater zu Prag, dem Narodni Divadlo, versucht. Dieses Tanztheater ist einfach das beliebteste und meistgespielte Ballett aller Zeiten und wird es – soviel sagt dieser Kritiker nun voraus – bis in alle Ewigkeiten bleiben, denn sicher wird es auch noch im Paradies aufgeführt.

(mehr…)

Von früh- bis spät- und doch modern: Janáček is back – auf der Bühne und als Konserve

JanáčekDas vergangene Jahr markierte die 80. Wiederkehr des Todestages des Komponisten Leoš Janáčeks. Der jüngste im Bunde der drei großen frühmodernen tschechischen Tonsetzer hat sich in seinem Spätwerk bereits den moderneren Klangwelten geöffnet. Und da sich Janáček vor allem durch sein Opernschaffen auch international einen Namen gemacht, ist es also konsequent, dass zum Ausklang des vergangenen Jahres seine beiden letzten Bühnenwerke wieder auferstanden sind. Da hat zum einen nämlich das Prager Nationaltheater Narodni Divadlo des Komponisten vorletzte Oper „Die Sache Makropulos“ neuinszeniert, und zum anderen brachte die Plattenfirma Supraphon die letzte Oper „Aus dem Totenhaus“ in einer legendären Inszenierung aus dem Jahre 1964 nun als CD auf den Markt.

(mehr…)

TOPlist