Dünkirchen-Prag: Tröstliches Requiem

Plakate verkünden in dicken Lettern: Mozart – Prague. Wo? Im nordfranzösischen Dünkirchen. Denn dort in der Industriestadt an der südlichen Nordseeküste steht am kommenden Donnerstag in der Kathedrale ein Konzert an, und soviel ist klar: das Requiem von Mozart wird es geben. Aber von welchem Orchester? Das ist das große Rätsel.

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Festivalsaison in Tschechien: Povalec (05. - 07. August 2011)

Auch wenn der Sommer gerade ein bisschen schwächelt - die Festival-Saison ist in vollem Gange und natürlich hat auch die Tschechische Republik so einiges zu bieten für Liebhaber von Bier aus Plastikbechern, Dixie-Klos und Camping im Matsch ohne Nachtruhe, Zelte und Vorzelte so dicht nebeneinander, dass kein Platz zum Durchgehen bleibt. Für mich ist es ohnehin unerklärlich, dass Deutschlands Festivals trotz der dort vorherrschenden Preise nach wie vor gut besucht sind, finden sich doch in unmittelbarer Nachbarschaft Alternativen, die so gut wie jedes Genre abdecken und in Sachen Preis/Leistung weit mehr überzeugen. Und tatsächlich attraktieren Veranstaltungen wie das HipHop Kemp oder Rock for People (beide in Hradec Kralove) zunehmend ein internationales Publikum. Vom Kommerz noch gänzlich unberührt ist das Povalec-Festival im kleinen Örtchen Valec nahe Karlovy Vary, das in diesem Jahr vom 05. - 07. August statt findet.
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Metal im Amphitheater: “Metalfest” 2011 in Pilsen

Lange musste man es sich nicht überlegen, ob man tatsächlich zum Metalfest nach Pilsen geht oder lieber zu Hause Luftgitarre spielt. Bei einem Ticketpreis von 900 Kronen (ca. 38 Euro) für drei Tage incl. Camping sollte jedem Metalhead das Herz aufgehen. Zumal internationale Größen wie Arch Enemy, Kataklysm, Cradle Of Filth, Accept… vom 03. - 05.06. am Start sind.

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Sie haben die Emo-Welle überlebt. Funeral For A Friend in der Futurum Music Bar

Leicht hatten es die fünf Waliser in den letzten Jahren nicht. Vor gut 10 Jahren fand die Emo/Screamo-Bewegung ihre ersten Anhänger in Europa. Die Jungs von Funeral For A Friend waren mit ihrem Album „Casually Dressed & Deep In Conversation“ ganz vorne dabei, als das Wort Emo zum ersten mal in Europa die Runde machte. Danach veröffentlichte die Band eher poppige Platten, die einige Fans der ersten Stunde enttäuschten. Doch wenn man heute auf diese eher unbeachteten Longplayer zurückblickt, bemerkt man, dass kein schlechtes Album dabei gewesen ist und die Band seit ihrem Debüt eine sehr positive Entwicklung durchgemacht hat. (mehr…)

Damn hell

You need to a flashplayer enabled browser to view this YouTube video30 Minuten später laufe ich dann in Strašnice ein, wo ich doch tatsächlich die Schlüsseldame antreffe und ihr ganz stolz meine No 3. zeige. Hmm, findet sie nun nicht so dolle, aber Geschmäcker sind ja verschieden. Und für einen langen Plausch habe ich auch keine Zeit. Schnell springe ich in die vormittags rausgelegten Klamotten und freue mich, dass Čič die Lederjacke wirklich in Ruhe gelassen hat. So, noch schnell eine Tonne schwarzen Lidschatten und Kajal rund um meine Augen verteilen, die Tasche securitysicher packen und dann laufe ich auch schon wieder aus dem Haus. Eigentlich habe ich wenig Lust und würde mich nun lieber eine Stunden vor einen Spiegel setzten und No.3 betrachten, als mich mit 500.000 Menschen um eine Platz in der ersten Reihe zu prügeln. Aber ich bin ja schließlich auch wegen BLS nach Prag gekommen, also los. (mehr…)

Godspeed You! Black Emperor im Palác Akropolis: Ein reinigendes Klanggewitter

Den ganzen Tag ist man von Geräuschen und Klängen umgeben: Das Klingeln des Weckers, das Blubbern der Kaffeemaschine, Autos, die am Fenster vorbeifahren, aufgeschnappte Gesprächsfetzen, Kinderlachen, Musik natürlich (teils gewollt und teils ungewollt). Ein einziges großes akustisches Rauschen eben. Da ist auch ganz schön viel Müll dabei, den die Ohren Tag für Tag schlucken müssen, wenn man mal drüber nachdenkt.

Doch es gibt ein Gegenmittel: Musik, auf die man sich fokussieren und die man in sich aufnehmen muss. So wie die des kanadischen Musikerkollektivs Godspeed You! Black Emperor. Mit Gitarre, Bass, Schlagzeug, Geige, Glockenspiel und Cello kreiert die Gruppe atmosphärische Klangwelten. Die Musik klingt dabei häufig traurig oder gar verzweifelt, doch immer wieder blitzt auch Hoffnung durch. Eine Art apokalyptische Endzeitvision einer Welt, die dann doch immer weiter geht. Und wenn man den rein instrumentalen, ellenlangen und komplexen Songs lauscht, erscheint die schon immer idiotische Unterscheidung zwischen U- und E-Musik gleich noch idiotischer.
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Biffy Clyro in der Lucerna Music Bar: Eine Ode an verschwitzte Körper

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Die wohlbekannte Ruhe vor dem Sturm. Verstärker, Monitorboxen, Mikrofone und Effektboards stapeln sich fein säuberlich arrangiert auf der Bühne, das Publikum stapelt sich in gespannter Erwartung davor. Von den “Logenplätzen” in der Lucerna Music Bar hat man einen wunderbaren Blick darauf. Doch es sollte mich nicht lange dort oben halten, denn Rockkonzerte machen mitten in der Menge direkt vor Bühne immer noch am meisten Spaß. Um 20 Uhr sollte es planmäßig losgehen, um 20:22 Uhr werden die “Mon The Biff!”-Rufe dann endlich erhört, und Biffy Clyro betreten die halbrunde Bühne der Lucerna Music Bar.
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Shellac in der Futurum Music Bar: Viel Lärm um alte Männer

In einer fremden Stadt in einem Land, dessen Sprache man nicht beherrscht, auf ein Konzert zu gehen, ist schon mal per se abenteuerlich. Ich bekomme latente Schuldgefühle, weil ich noch nicht mal auf Tschechisch die Eintrittskarte kaufen kann. Dabei gehe ich am heutigen Abend bereits zu meinem dritten Konzert hier in Prag. Die wichtigsten Vokabeln und Phrasen dafür sollte ich mir also langsam wirklich mal draufschaffen. „Hello, one ticket please!“ tut’s aber zum Glück auch. Wechselgeld eingesteckt, Stempel bekommen. „Děkuji!“ – immerhin bedanken kann ich mich auf Tschechisch, so viel hat der Sprachkurs also schon mal gebracht.

Ich gehe nach unten in das Kellergewölbe der Futurum Music Bar und bin begeistert: Es ist wirklich schön hier! Aber zum Glück nicht so stylisch, dass nicht eine gewisse Rockschuppenatmosphäre aufkommen würde. Prag ist zwar in erster Linie bekannt für klassische Konzerte und Jazz, aber da mich diese Musikrichtungen nicht so wirklich begeistern können, bin ich sehr froh darüber, inzwischen auch schon einige Locations für Indie, Alternative Rock und andere Gitarrenmusik gefunden zu haben. Und am heutigen Abend steht eine ganz besondere Band auf dem Programm: Shellac, die Noise Rock-Veteranen um Steve Albini.

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Do you want an other fuck Praha? - Konzert von Nouvelle Vague

100_9973_304x405.jpgNun, eigentlich ist das ja gar nicht mein Musikgeschmack. Viel zu weich und soft. Warum ich trotzdem da war? Hm, es war zu jener Zeit, als ich noch jung, unschuldig und naiv geradezu erschreckend naiv war. Da gab es diesen Mann. Intellektuell, gebildet und kultiviert  - alles was ich damals an Männern mochte! Ja, ich habe bereits erwähnt, es ist lange her und ich war wirklich ganz schrecklich naiv und brav zu dieser Zeit. Naja, also dieser Mann hörte Nouvelle Vague und erzählte mir ab und an von dieser geheimnisvollen französischen Band, die Punk und New Wave Songs covere und das im Bossa Nova-Stil aufziehen würde. Machte mächtig Eindruck auf mich, aber damals wusste ich auch noch nicht, was New Wave ist. Und wie das bei leicht zu beeinflussenden jungen Dingern so ist, fing ich auch an, Nouvelle Vague zu hören und fühlte mich so mondän, so chi chic und ou la la dabei. Da es die Band jedoch nur zu drei Alben gebracht hat und ich irgendwann älter wurde,  weniger leicht zu beeinflussen und weniger frankophil und erkannte, dass kultiviert und kniggetreu nun nicht gerade das ist, was ich bei einem Mann suche, kehrte ich Nouvelle Vague den Rücken. Doch die  Vergangenheit holt einen immer ein. Und so las ich vor kurzem, dass Nouvelle Vague nun gerade ihr Best Of-Album herausgebracht haben und damit durch die Welt touren. Und plötzlich stand er wieder vor mir, Dr. P., der Schwarm meiner Jugend. Da kam ich auf die Idee, dass es doch nett sein könnte, sich die Band mal live anzusehen. Und so ein bisschen französischer Schick nach all dem Kellermuff, das wäre doch mal was.

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Saisonauftakt der Tschechischen Philharmonie

Noch hat die Tschechische Philharmonie keinen Direktor, was den musikalischen Start in die neue Saison allerdings nicht behindert. Am Mittwoch um 20 Uhr wird der Chefdirigent Eliahu Inbal (Foto) im Rudolfinum den Auftakt vorgeben. Auf dem Programm stehen Mozarts 39. Symphonie und Janáčeks gewaltige Glagolská-Messe.

Der schon operettenhafte Züge annehmende Streit um die Neubesetzung des Direktionsposten geht nun wohl langsam seinem Ende zu. Im Mai letzten Jahres hatte Václav Riedlbauch, Kulturminister der Übergangsregierung und selbst einst Direktor der Tschechischen Philharmonie, seinen Nachfolger auf dem Chefsessel nach nur einjähriger Amtszeit abgesetzt, der kurzfristig auf den Posten berufene Václav Kasík trat letzte Woche zurück.

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