Experimente bitte - Tschechische Philharmonie nimmt Spielbetrieb der 113. Saison auf

Der Prager Sommer ist vorbei, die Aufnahme des Spielbetriebs der großen Häuser der Stadt legt Zeugnis davon ab. Im Rudolfinum, dem größten Musiksaal Prags und Stammsitz der Tschechischen Symphonie, steht eine Saison mit etlichen Abwechselungen an. Das liegt auch daran, dass es für das bedeuteste Orchester Tschechien eine Saison ohne Chefdirigent sein wird.

Der designierte neue Chefdirigent und ausgewiesene Mahler-Experte Eliahu Inbal wird zwar im April bereits ein Programm dirigieren, seine neue Position aber erst in der folgenden Saison aufnehmen.

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Prague Proms - Prags postmodernstes Musik-Festival

Prague Proms Plakat“Prague Proms” heisst das jüngste der großen Musikfestivals in Prag. Dessen vierte Ausgabe fand ihren diesjährigen Abschluss am Sonntag mit einem klassischen Klassikkonzert, welches durchaus auch als durchschnittliches Abonnentenkonzert der Prager Symphonie hätte durchgehen können.

Und trotzdem ist diese dreiwöchige Veranstaltung mit 18 Konzertabenden das modernste Festival, das Prag zu bieten hat. Nicht nur, dass es schon gar keinen tschechischen Namen mehr trägt - “Proms” läßt sich ebensowenig wie Public Viewing in irgendeine andere Sprache übersetzen und soll wohl soviel bedeuten, dass hier Prominentes geboten wird -, es ist vor allem die Mischung, die sich hinter diesem Namen verbirgt, die geradezu postmoderne Züge trägt.

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Tom Waits in Prag - verpasst und gesehen

Tom Waits In PragWell, Frank hung his wild years on a nail, that he drove through his wife’s forhead. Die makabre Captatio, beiläufig über beliebiges Jazz-Geplätscher geplaudert, war das erste, was ich von Tom Waits bewusst hörte. Der Anfang der “Platte” war im Gespräch am Küchentisch unserer WG untergegangen.

Aber die schräge Gitarre, die melancholischen Bläsersätze und der Säuferbariton mit dem bizarren Falsett hatten mich neugierig gemacht. Wer ist denn das? Tom Waits nicht zu kennen, war damals, im Winter 1985/86, keine Schande.

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Der Prager Frühling geht am 4. Juni zu Ende

Auf den Prager Frühling (Pražské jaro) ist einfach Verlass: Nicht nur auf die wiederkehrenden Rituale zu Eröffnung und Ende und nicht nur auf die heutzutage in den Konzertsälen auf Großfestivals üblich gewordene Ekstase nach dem Musik-Ereignis, auf die stehenden Ovationen und Begeisterungsstürme eines sich selbst beklatschenden Publikums, das scheinbar jedes Konzert, dem es beigewohnt hat, unbedingt zu einem einmaligen Event hochapplaudieren muss.

Nein, auch auf die Qualität der Darbietungen vor allem in etwas am Rande liegenden Veranstaltungen ist beim Prager Frühling Verlass.

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Die Prager Jazz-Szene: Über Präsidenten und Touristen, Teil 2

Endlich, nach fast vier Monaten in Prag, bin auch ich mal im „Reduta“ gewesen. Diese Bar ist nicht nur Prags ältester Jazz-Keller. Es ist vor allem durch den Besuch 1994 der damaligen Präsidenten Václav Havel und Bill Clinton berühmt geworden.

Etwas Präsidenten-Flair stieg in mir auf, als ich zunächst ahnungslos auf demselben Platz saß wie einst Clinton. Eine silberne Plakette, die im grünen Sofa-Stoff eingearbeitet war, machte mich dezent auf diese Ehre aufmerksam.

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Die Prager Jazz-Szene: Über Präsidenten und Touristen, Teil 1

Die Prager Jazz-Szene ist Kult. Verrauchte Keller-Bars, abgewetzte Sofa-Ecken und verquere Saxophon-Improvisationen. Hier trifft sich der Untergrund; die Lebenskünstler, Denker und Exoten kennen noch die gute Art zu leben, „savoir-vivre“ eben. Ein wenig hatte ich dieses (überholte?) Klischee vor Augen, als ich mich in die Prager Jazz-Keller vorwagte.

Zum Pflichtprogramm jedes Prag-Besuchs scheint wohl ein Besuch im legendären Jazz-Club „Reduta“ zu gehören. Aber auch das „Agharta“ wollte ich sehen und die „Ungelt“-Bar lockte mich mit freiem Eintritt…

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Verdis Falstaff vom Nationaltheater neu inszeniert

Eigentlich ist in Prag ja die Staatsoper das Terrain Verdis, dort nämlich, wo der Gefangenenchor mindestens zweimal im Monat erklingt, und wo Arien aus Aida oder Rigoletto umgehend beklatscht werden. Doch nun findet ausgerechnet im Nationaltheater, wo man nur applaudiert, wenn der Vorhang fällt, Verdis einzige komische Oper „Falstaff“ ihre erste Prager Neuinszenierung seit etlichen Jahren - und die wird tatsächlich zu einem komischen Abend.

Es hieß, der 80jährige Giuseppe Verdi hätte während der Komposition des Falstaff 1893 bereits geahnt, dass es seine letzte Oper werden würde.

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Über tschechische Gottesdienste und wie es einem als Dieb ergehen kann

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Ich bin zwar weder besonders religiös, noch gehe ich regelmäßig in die Kirche, doch mag ich manchmal die Atmosphäre, die in Kirchen herrscht - vor allem während eines Gottesdienstes. Ich mag es, wenn man von einer belebten und lauten Straße in eine Kirche eintritt und sofort von Stille, Andacht und diffusem Licht umgeben ist. So habe ich mich heute Morgen auf den Weg zur Kirche St. Jakob (nahe dem Altstädter Ring) gemacht, um die Sonntagsmesse zu besuchen.

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Ska auf tschechisch - oder: Tanzen, Tanzen, Tanzen

Dieser Abend versprach großartig zu werden – und die Erwartungen haben sich erfüllt: Ein Abend voller Musik, „good vibrations“, günstigem Bier, netter Location und mitten in einer Menge ausgelassen Tanzender. Drei Ska-Bands spielten am Freitagabend im XT3-Club in Prag - für nur 60 Kronen konnte man selbst dabei sein.

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Große Gefühle für kleines Geld

Romeo und JuliaDie größte Liebesgeschichte aller Zeiten? Natürlich spreche ich hier von Romeo und Julia (obwohl Susi und Strolch ganz dicht auf Platz zwei folgen könnten). Die Romanze von William Shakespeare kann im Prager Nationaltheater bewundert werden – und zwar ganz ohne Worte. Romeo und Julia als wunderbares, verzauberndes Ballett: Da fehlen einem wirklich fast die Worte.

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