Balkan Beat Vol.2 - oder das große Schwitzen

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Wie der werte Leser vielleicht schon mitbekommen hat, bin ich per se eigentlich kein großer Fan von Folkmusik. Aber ich muss zugeben, dass das Konzert von Bregovic mich ja schon ein bisschen bekehrt hat. Nicht dass ich nun alle meine Metallica- und Sepulturaplatten auf den Müll geworfen hätte, aber so ein bisschen Offenheit für andere Musikrichtungen, das kann ja nicht schaden, dachte ich mir. Und prompt bekam ich auch gleich die Gelegenheit, diese unter Beweis zu stellen.  Konkreter Anlass: Beirut waren in der Stadt. Also die amerikanische Folkband,  dass wir uns richtig verstehen.  Da musste ich als gute Musikjournalisten natürlich hin, um mir mal persönlich anzusehen, ob die Band den Wirbel, der um sie gemacht wird, auch verdient.

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Balkanbeat, Baby

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Das war das Motto letzten Dienstag, als sich halb Prag zu einem großen Gedränge und Geschubse rund um die Karlsbrücke und die Schützeninsel einfand. Der Grund: Der kroatische Musiker Goran Bregović gab im Rahmen des neu eingeführten „Prag-Sommernachtstraum-Festival“ ein Gratiskonzert, und das mitten in der Moldau. Stellte sich für mich ja die Frage, ob das ein weiterer Versuch der Stadt oder besser der ODS war, Stimmen zu sammeln für die Wahl? Wie dem auch immer sein, war ein echt schöner Abend.

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Eine erleuchtete Nacht - The Doors in der Stadt

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Es sind die 60er. Hippiezeit, Love and Peace, Drogenrausch, Freiheit, alles ist möglich.  Jim Morrison als die Verkörperung von alledem. Aufrührerisch, selbstzerrstörerisch, charismatisch. Durch ihn werden die Auftritte von The Doors zu extatischen Happenings. Und dann sein plötzlicher Tod. Unter dubiosen Umständen in Paris - eine Legende ist geborgen. Doch was wird aus dem Rest der Band? Erst versucht man es ohne Morrison, was jedoch nicht funktioniert, sodass man sich trennt. 2002 finden Manzarek und Krieger wieder zusammen und zurück auf die Bühne. Und als wäre nichts gewesen, spielten sie wieder die alten Songs. Manch einer mag sich fragen, was Menschen jenseits der 60 bewegt, sich wieder auf die Bühne zu stellen und so zu tun, als wäre man noch ein Jungspund. Ist es Geldnot, die Krieger und Manzarek dazu veranlasst? Oder einfach nur der Rock im Herzen, der nie alt wird? Und kann sowas überhaupt gut sein? Letzten Dienstag machte ich mich nach einem anstrengenden Arbeitstag auf, dies zu erkunden.

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Wie ein Coitus interruptus – Aerosmith Konzert

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Also vielleicht werde ich ja alt und abgebrüht, oder es lag an den Sitzplätzen oder an der Tatsache, dass ich an diesem Tag meinen ersten Praktikumstag hatte und erstaunliche zehneinhalb Stunden arbeiten musste, was nebenbei gesagt gar nicht lustig war, aber irgendwie war das Konzert von Aerosmith so schnell um, dass ich mich bis heute frage, ob ich zwischendrin einfach eingepennt bin. Kaum waren wir da und hatten es uns auf den sündhaft teuren Sitzplätzen gemütlich gemacht, und das Bier voll luxuriös in den dafür vorgesehenen Becherhaltern platziert, kaum hatte sich die Vorband verzogen, die wir nicht gesehen haben, weil ich wegen meiner Arbeit viel zu spät kam und dann das dringende Bedürfnis nach Bier und Zigaretten hatte und das kann man ja in der O2-Arena bekanntlich nur in diesem Rauchertunnel stillen, kaum warten wir also ca. eine Stunde und kaum waren Aerosmith dann endlich auf der Bühne, kaum hatte ich mich dann etwas warm geschrien, und das Gefühl genossen auf einem Konzert einer der wirklich Großen zu sein, da verschwand Steven Tyler samt Kompagnons auch schon wieder von der Bühne. Also nicht, dass das Konzert nicht gut gewesen wäre. So kann man das nicht sagen. Nachdem Steven und der Rest die Bühne gestürmt hatten, rockten sie was ging und das heißt in ihrem Alter schon was. Die Show war auch echt gut. Nur irgendwie war die Sache so aalglatt, nichts, woran man sich nachher erinnert, nichts, was sich einem als bleibender Eindruck, als digitales Andenken an das Konzert ins Hirn gebrannt hat.

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Es grünte so grün in Prag

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Und die Rede ist hier nicht vom Austreiben irgendwelcher Pflanzen aufgrund der plötzlich einsetzenden Sonnenbestrahlung der letzten Tage, sondern vom Konzert von Green Day. Die spielten vor ein paar Tagen zusammen mit Billy Talent ein Open Air auf dem Ausstellungsgelände Vystavyste. Eigentlich ja eine ziemlich coole Sache. Und eigentlich hätte das ein wirklich toller Tag werden sollen. Das Wetter war top, meine Laune auch. Diesmal brauchte ich auch keine Ewigkeit, um zu entscheiden, was ich anziehen sollte. Mehr Probleme machte mir die Tatsache, dass keiner meiner trantütigen Freunde mitkommen wollte. Und so ein 6 Stunden-Open Air alleine kann etwas langweilig sein. Aber gut, ich bin ja schon ein großes Mädchen und ging also alleine hin.

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Billy Idol - Verdammt geil in jeder Beziehung

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Was sagen uns die Worte „wasserstoffgebleicht, Rocker, geballte Faust und Lippen gekräuselt“? Genau, Billy Idol war in der Stadt und ich war dabei. An dieser Stelle würde ich gerne einige Kommentare anführen von Menschen, denen ich erzählte, dass ich auf das Konzert gehen werde. Julchen, das kinderfressende Metalgirl meinte: „ WTF Billy Idol - wie geil. Hau dich rein, das ist so voll Glam Rock.“ Mein Bruder, der nebenbei bemerkt etwas älter als ich ist, sagte: „Ich hab den vor Jahren mal live gesehen, der muss ja schon uralt sein. Aber er hatte ne coole Show. Das könnte interessant werden.“ Und eine nicht näher zu spezifizierende, jedoch in der Hackordnung von Tschechien Online über mir stehende Person, sagte:“ Diese blonde Punkschwuchtel!?!“ Wie wir also sehen, gehen die Meinungen bezüglich Billy Idols weit auseinander. Meine Ansicht zu Billy Idol nach diesem Konzert: Verdammt coole Sau und auch in seinem Alter immer noch sehr appetitlicher Body.

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Zwischen Kunst und Happening - Massive Attack in der Tesla Arena

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Montag, früher Abend. Eigentlich bin ich immer noch stark lädiert von Sonisphere und eigentlich soll ich auf einer Farewell-Party einer Freundin sein. Doch wie mein Sex-Drugs und Rock ‚’n’ Roll Life so ist, gehe ich mal wieder auf en Konzert. Heute geht es zu Massive Attack. Eigentlich ja so gar nicht mein Styl. Warum ich dann hier bin, fragt der werte Leser? Ein Freund wollte hin und fragte, ob ich mitkomme. Und da ich Männer so gut wie nie was abschlagen kann, hab ich zugesagt. Doch dann sagt er natürlich ab und deshalb steh ich nun hier alleine.

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In The Golden Circle - 16 Stunden Sonisphere Festival

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Erst war es nur so ein Gedanke, dann wurde es zu einer fixen Idee und letztlich zur Obsession: Ich wollte meinen 25. Geburtstag auf dem Sonisphere-Festival feiern und mit den Big 4 des Trash-Metal ein Vierteljahrhundert alt werden! Doch die Umsetzung der Obsession war schwierig. Erst mal die Suche nach einer adäquaten Begleitung. Schließlich will man ja nicht mit irgendwem seinen 25. Geburtstag feiern, aber auch nicht jeder mit dem man seinen Gebtag feiern würde, eignet sich fürs Sonisphere. Wir reden hier ja von 16 Stunden vor der Bühne stehen, egal ob bei Regen oder praller Sonne. Und mit vor der Bühne meine ich auch genau das. Ich hatte nämlich keine Lust, mich mit 40.000 Menschen irgendwo einen Kilometer von der Stage entfernt um ein bisschen Platz zu prügeln und Metallica, Slayer, Megadeath und Anthrax in Größe von Strichmännchen am Ende des Horizonts rumwackeln zu sehen. Doch da war schon das nächste Problem. Nicht dass es keine Tickets gegeben hätte, die einem das erlauben. Doch die waren verdammt teuer. Da wir uns ewig nicht entscheiden konnten, wer nun mitkommt und überhaupt, waren sie am Ende bei über 4000 Kronen und damit way out of possibility. Da ich aber ein Sturkopf bin, und mir in den Kopf gesetzt hatte, in der ersten Reihe zu stehen, musste eine Alternative zum hiesigen Ticketverkauf her. Das Zauberwort war ebay. Drei zwei eins meins hatte ich dann zwei Tickets für den Golden Circle, also den Wellenbrecher direkt vor der Bühne, für den Preis von zwei einfachen Stani-Tickets ergattert. Die kamen dank eines superlieben Ebayers und zufälligen Besuchs aus Deutschland dann auch noch rechtzeitig am Freitag bei mir an.

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Beat, Beat, die Beatsteaks …

Endlich war es soweit nach 4 Wochen hatte ich am Dienstag meine letzte Prüfung. Ja sogar wir Erasmus-Studenten haben manchmal Lernstress. Einige Wochen zuvor hatte ich zufällig entdeckt, dass die Beatsteaks an diesem Abend live in Prag spielen würden. Wie könnte man den Beginn der Semesterferien besser feiern, als bei einem Konzert abzugehen?

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Der sexiest Gitarrengott live

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Slash war in der Stadt. Ok, wie ich feststellen musste kennt so gut wie keiner in meinem Umfeld Slash. Das ist traurig und wirft so einige Fragen auf. Als erstes: mit wem hänge ich hier eigentlich rum? Zweitens: wie kann man in meinem Alter oder älter sein und Slash nicht kennen? Ich meine, was haben denn alle in den 1980er und Anfang der 1990er gemacht. Um das Verwirrspiel mal aufzulösen, und dem werten Leser zu sagen, was ihn in diesem Artikel erwartet: Slash war der Gitarrist von Guns N’ Roses. Und das wiederum war eine der  erfolgreichsten Hard-Rock-Bands der Welt. Manch einem mögen Lieder wie „november rain“, „sweet child of mine“ oder „paradies city“ vielleicht was sagen. Mitte der 90er trennten sich dann die Wege der Musiker. Offiziell gibt es GNR zwar noch, jedoch nur noch mit Axel Rose. Und seien wir mal ehrlich, der ist inzwischen eine ganz traurige Gestalt. Doch wie dem auch immer sei, Slash und damit einer der besten Gitarristen der Welt war hier. Seit ich wusste, dass er hier eine Ging spielten würde, konnte ich nicht mehr schlafen. Seit ich denken kann und GNR hören, das ziemlich zeitgleich passiert sein dürfte, ärgere ich mich, dass ich es nie auf ein Konzert von ihnen geschafft habe. Also ich meine eins, als es sich noch um die echte Band gehandelt hat. Und nun kam Slash in die Stadt, so nah würde ich GNR vermutlich nie mehr kommen.

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