Ost-westliche Klangavantgarde bei Pražské premiéry in Prag
Am Sonntag fand die vierte Ausgabe des Festivals Pražské premiéry (Prager Premieren) mit der Aufführung des monomentalen Chorwerkes “Gotteskinder” des 30-jährigen tschechischen Komponisten Jiří Kadeřábek einen dramatischen Abschluss.
Die Philharmonie Zlín und der Chor der slowakischen Philharmonie boten unter der souveränen Leitung von Jakob Hruša noch einmal alles auf, was die zeitgenössische Musik heute zu bieten hat: Computerklänge, Ratschen vom Zerreißen von Zeitungen, aber auch hochmelodische Streicher- und Gesangspassagen aus folkloristischen Musikzitaten.
Damit war es vollbracht: Über eine Woche lang wurden in Prags schönstem Konzertgebäude, dem Rudolfinum, neueste und allerneueste Kompositionen der ernsten Musik zum guten Teil uraufgeführt, Musik also, die unter dem Label Neue Musik mittlerweile schon einen etablierten Platz im Kanon der ernsten Musik gefunden hat.
