Ost-westliche Klangavantgarde bei Pražské premiéry in Prag

Am Sonntag fand die vierte Ausgabe des Festivals Pražské premiéry (Prager Premieren) mit der Aufführung des monomentalen Chorwerkes “Gotteskinder” des 30-jährigen tschechischen Komponisten Jiří Kadeřábek einen dramatischen Abschluss.

Die Philharmonie Zlín und der Chor der slowakischen Philharmonie boten unter der souveränen Leitung von Jakob Hruša noch einmal alles auf, was die zeitgenössische Musik heute zu bieten hat: Computerklänge, Ratschen vom Zerreißen von Zeitungen, aber auch hochmelodische Streicher- und Gesangspassagen aus folkloristischen Musikzitaten.
Damit war es vollbracht: Über eine Woche lang wurden in Prags schönstem Konzertgebäude, dem Rudolfinum, neueste und allerneueste Kompositionen der ernsten Musik zum guten Teil uraufgeführt, Musik also, die unter dem Label Neue Musik mittlerweile schon einen etablierten Platz im Kanon der ernsten Musik gefunden hat.

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Drei Stunden wie Minuten

Vermutlich findet keiner, der es kennt, das Prager Kongress Zentrum beim Vyšehrad ansprechend. Ist es auch nicht, weder von außen noch von innen. Aber wenn der Richtige kommt, um den großen Saal zu füllen und zum Tanzen zu bringen, ist es völlig egal, wie der Raum aussieht, wie sich draußen das Wetter benimmt oder wer gerade Präsident in Amerika ist. Und Goran Bregović war der Richtige, um sein Publikum fast drei Stunden lang die Zeit, das Atmen und das Nachdenken vergessen zu lassen. Spaß gemacht hat es, unbeschreiblich viel Spaß und auch zwei Tage später noch fällt es mir schwer, all die verschiedenen Gefühle, die mich während des Konzertes überkommen haben, in Worte zu fassen.
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Prager Premieren im Zeichen des Ausdrucks

Traditionen lassen sich heutzutage ja sehr schnell begründen, somit gehört das nun zum vierten Mal stattfindende Festival für zeitgenössische Musik bereits zum prall gefüllten Prager Kulturkalender. Unter dem Namen Pražské premiéry (Prager Premieren) werden im Rudolfinum seit vergangenem Samstag eine Woche lang neueste Werke von Komponisten aus Tschechien und ausgewählten europäischen Ländern zu hören sein.

Dieses Mal steht das Festival unter dem Motto Blick nach Südwesten, unter den fast fünfzig orchestralen und zwanzig kammermusikalischen Kompositionen werden auch etliche von Tonkünstlern aus Westeuropa hier ihre Uraufführung erleben.

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Nachtrag zu Karel Kryl: Konzertausschnitt vom 3. Dezember 1989

Bei YouTube findet man den vom Tschechoslowakischen Fernsehen aufgezeichneten Mitschnitt eines Konzerts von Karel Kryl aus den Tagen der “Samtenen Revolution”.

Bei dem Konzert am 3. Dezember 1989 in der Sportovní hala in Prag (wo ist das heute? - ist das die T-Mobile-Arena auf der Výstaviště?!) singt Karel Kryl unter anderem “Morituri te salutant” und “Lásko”.

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Todestag von Karel Kryl - Mercurius lässt grüßen

Karel Kryl - RakovinaNein, erinnert hat heute offenbar keine tschechische Zeitung daran. Warum auch, es ist schließlich kein rundes Jubiläum: Am 3. März 1994 starb in München der Liedermacher und Dichter Karel Kryl. Auch in meinem Kalender ist das Datum nicht rot angestrichen und so kann ein “Nachruf” oder “Karel-Kryl-Gedenkartikel” aus Zeitgründen getrost bis zum nächsten - dann 15. Jubiläumsjahr - warten.

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Tschechinnen singen die deutsche Nationalhymne: …danach lasst uns alle sterben

Brüderlich mit Herz und Hand - von wegen: Was denken sich tschechische Schülerinnen für eine Klassenkamaradin als besonders fiese Strafe für eine verlorene Wette aus? Klare Sache: Sie lassen die Unglückliche in das viel zu enge Aerobic-Dress ihrer besten Freundin schlüpfen und sie in der Deutschstunde vor versammelter Klasse die deutsche Nationalhymne vorsingen.

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Unbändige Freude in Tschechien über Oscar für Irglová - ehrlich

OnceWenn jemand Erfolg hat, dann sind in der Regel auch Neider nicht fern, die diesem Erfolg mit Missgunst begegnen. Das gilt in Tschechien vielleicht noch mehr als anderswo, betrachten die Tschechen doch selbst “Neid” als eine ihrer typischen nationalen Eigenschaften.

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