Drei Tage in der heimlichen Hauptstadt Polens

Die polnische Stadt Krakau scheint ein sehr beliebtes Ausflugsziel aller ERASMUS-Studenten zu sein. Doch warum nehmen so viele diesen mühsamen Weg auf sich? Der Blick auf die Landkarte erweckt den Eindruck die 750000 Einwohner Stadt sei nicht weit weg von Prag entfernt. Doch die Anreise gestaltet sich letztendlich sehr zeitintensiv. Neun Stunden sitzen wir dreizehn ERASMUS-Studenten im Nachtzug und wünschten uns keine arme Studenten zu sein. Ansonsten hätten wir Schlafplätze im Schlafwagen gebucht. Nichtsdestotrotz kann man die Zeit im Zugabteil bei netten Unterhaltungen mit den Kollegen aus Frankreich, Portugal, Belgien und Schweden sehr gut absitzen. Einige versuchen sich an Trinkspielen zu erfreuen oder mit weiteren Reisenden aus Philadelphia oder Sao Paulo ins Gespräch zu kommen. Zu später Stunde zückt manch einer sogar sein iPod um einer schwedischen Dokumentation zu lauschen und vollkommen relaxed für ein paar Stunden im Sitzen zu schlafen. (mehr…)

Damn hell

You need to a flashplayer enabled browser to view this YouTube video30 Minuten später laufe ich dann in Strašnice ein, wo ich doch tatsächlich die Schlüsseldame antreffe und ihr ganz stolz meine No 3. zeige. Hmm, findet sie nun nicht so dolle, aber Geschmäcker sind ja verschieden. Und für einen langen Plausch habe ich auch keine Zeit. Schnell springe ich in die vormittags rausgelegten Klamotten und freue mich, dass Čič die Lederjacke wirklich in Ruhe gelassen hat. So, noch schnell eine Tonne schwarzen Lidschatten und Kajal rund um meine Augen verteilen, die Tasche securitysicher packen und dann laufe ich auch schon wieder aus dem Haus. Eigentlich habe ich wenig Lust und würde mich nun lieber eine Stunden vor einen Spiegel setzten und No.3 betrachten, als mich mit 500.000 Menschen um eine Platz in der ersten Reihe zu prügeln. Aber ich bin ja schließlich auch wegen BLS nach Prag gekommen, also los. (mehr…)

Fotoschnecke, Schmetterling I und der 7. Himmel

Der nächste Morgen, mein erster wieder in Prag. Ich wache auf, richte den Blick gen Fenster und sehe strahlend blauen Himmel. Und da ist es wieder, dasselbe Gefühl, dass ich damals im Sommer 2008 hatte, als ich das erste Mal in Prag aufgewacht bin. Gutgelaunt stehe ich auf, ignoriere, dass die Katze gerade meinen Koffer zerkratzt, nachdem ich ihn nach dem Malheur gestern nun immer geschlossen habe, was sie wohl doof findet.

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Do you want an other fuck Praha? - Konzert von Nouvelle Vague

100_9973_304x405.jpgNun, eigentlich ist das ja gar nicht mein Musikgeschmack. Viel zu weich und soft. Warum ich trotzdem da war? Hm, es war zu jener Zeit, als ich noch jung, unschuldig und naiv geradezu erschreckend naiv war. Da gab es diesen Mann. Intellektuell, gebildet und kultiviert  - alles was ich damals an Männern mochte! Ja, ich habe bereits erwähnt, es ist lange her und ich war wirklich ganz schrecklich naiv und brav zu dieser Zeit. Naja, also dieser Mann hörte Nouvelle Vague und erzählte mir ab und an von dieser geheimnisvollen französischen Band, die Punk und New Wave Songs covere und das im Bossa Nova-Stil aufziehen würde. Machte mächtig Eindruck auf mich, aber damals wusste ich auch noch nicht, was New Wave ist. Und wie das bei leicht zu beeinflussenden jungen Dingern so ist, fing ich auch an, Nouvelle Vague zu hören und fühlte mich so mondän, so chi chic und ou la la dabei. Da es die Band jedoch nur zu drei Alben gebracht hat und ich irgendwann älter wurde,  weniger leicht zu beeinflussen und weniger frankophil und erkannte, dass kultiviert und kniggetreu nun nicht gerade das ist, was ich bei einem Mann suche, kehrte ich Nouvelle Vague den Rücken. Doch die  Vergangenheit holt einen immer ein. Und so las ich vor kurzem, dass Nouvelle Vague nun gerade ihr Best Of-Album herausgebracht haben und damit durch die Welt touren. Und plötzlich stand er wieder vor mir, Dr. P., der Schwarm meiner Jugend. Da kam ich auf die Idee, dass es doch nett sein könnte, sich die Band mal live anzusehen. Und so ein bisschen französischer Schick nach all dem Kellermuff, das wäre doch mal was.

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Eine erleuchtete Nacht - The Doors in der Stadt

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Es sind die 60er. Hippiezeit, Love and Peace, Drogenrausch, Freiheit, alles ist möglich.  Jim Morrison als die Verkörperung von alledem. Aufrührerisch, selbstzerrstörerisch, charismatisch. Durch ihn werden die Auftritte von The Doors zu extatischen Happenings. Und dann sein plötzlicher Tod. Unter dubiosen Umständen in Paris - eine Legende ist geborgen. Doch was wird aus dem Rest der Band? Erst versucht man es ohne Morrison, was jedoch nicht funktioniert, sodass man sich trennt. 2002 finden Manzarek und Krieger wieder zusammen und zurück auf die Bühne. Und als wäre nichts gewesen, spielten sie wieder die alten Songs. Manch einer mag sich fragen, was Menschen jenseits der 60 bewegt, sich wieder auf die Bühne zu stellen und so zu tun, als wäre man noch ein Jungspund. Ist es Geldnot, die Krieger und Manzarek dazu veranlasst? Oder einfach nur der Rock im Herzen, der nie alt wird? Und kann sowas überhaupt gut sein? Letzten Dienstag machte ich mich nach einem anstrengenden Arbeitstag auf, dies zu erkunden.

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Wie ein Coitus interruptus – Aerosmith Konzert

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Also vielleicht werde ich ja alt und abgebrüht, oder es lag an den Sitzplätzen oder an der Tatsache, dass ich an diesem Tag meinen ersten Praktikumstag hatte und erstaunliche zehneinhalb Stunden arbeiten musste, was nebenbei gesagt gar nicht lustig war, aber irgendwie war das Konzert von Aerosmith so schnell um, dass ich mich bis heute frage, ob ich zwischendrin einfach eingepennt bin. Kaum waren wir da und hatten es uns auf den sündhaft teuren Sitzplätzen gemütlich gemacht, und das Bier voll luxuriös in den dafür vorgesehenen Becherhaltern platziert, kaum hatte sich die Vorband verzogen, die wir nicht gesehen haben, weil ich wegen meiner Arbeit viel zu spät kam und dann das dringende Bedürfnis nach Bier und Zigaretten hatte und das kann man ja in der O2-Arena bekanntlich nur in diesem Rauchertunnel stillen, kaum warten wir also ca. eine Stunde und kaum waren Aerosmith dann endlich auf der Bühne, kaum hatte ich mich dann etwas warm geschrien, und das Gefühl genossen auf einem Konzert einer der wirklich Großen zu sein, da verschwand Steven Tyler samt Kompagnons auch schon wieder von der Bühne. Also nicht, dass das Konzert nicht gut gewesen wäre. So kann man das nicht sagen. Nachdem Steven und der Rest die Bühne gestürmt hatten, rockten sie was ging und das heißt in ihrem Alter schon was. Die Show war auch echt gut. Nur irgendwie war die Sache so aalglatt, nichts, woran man sich nachher erinnert, nichts, was sich einem als bleibender Eindruck, als digitales Andenken an das Konzert ins Hirn gebrannt hat.

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Es grünte so grün in Prag

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Und die Rede ist hier nicht vom Austreiben irgendwelcher Pflanzen aufgrund der plötzlich einsetzenden Sonnenbestrahlung der letzten Tage, sondern vom Konzert von Green Day. Die spielten vor ein paar Tagen zusammen mit Billy Talent ein Open Air auf dem Ausstellungsgelände Vystavyste. Eigentlich ja eine ziemlich coole Sache. Und eigentlich hätte das ein wirklich toller Tag werden sollen. Das Wetter war top, meine Laune auch. Diesmal brauchte ich auch keine Ewigkeit, um zu entscheiden, was ich anziehen sollte. Mehr Probleme machte mir die Tatsache, dass keiner meiner trantütigen Freunde mitkommen wollte. Und so ein 6 Stunden-Open Air alleine kann etwas langweilig sein. Aber gut, ich bin ja schon ein großes Mädchen und ging also alleine hin.

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Billy Idol - Verdammt geil in jeder Beziehung

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Was sagen uns die Worte „wasserstoffgebleicht, Rocker, geballte Faust und Lippen gekräuselt“? Genau, Billy Idol war in der Stadt und ich war dabei. An dieser Stelle würde ich gerne einige Kommentare anführen von Menschen, denen ich erzählte, dass ich auf das Konzert gehen werde. Julchen, das kinderfressende Metalgirl meinte: „ WTF Billy Idol - wie geil. Hau dich rein, das ist so voll Glam Rock.“ Mein Bruder, der nebenbei bemerkt etwas älter als ich ist, sagte: „Ich hab den vor Jahren mal live gesehen, der muss ja schon uralt sein. Aber er hatte ne coole Show. Das könnte interessant werden.“ Und eine nicht näher zu spezifizierende, jedoch in der Hackordnung von Tschechien Online über mir stehende Person, sagte:“ Diese blonde Punkschwuchtel!?!“ Wie wir also sehen, gehen die Meinungen bezüglich Billy Idols weit auseinander. Meine Ansicht zu Billy Idol nach diesem Konzert: Verdammt coole Sau und auch in seinem Alter immer noch sehr appetitlicher Body.

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Zwischen Kunst und Happening - Massive Attack in der Tesla Arena

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Montag, früher Abend. Eigentlich bin ich immer noch stark lädiert von Sonisphere und eigentlich soll ich auf einer Farewell-Party einer Freundin sein. Doch wie mein Sex-Drugs und Rock ‚’n’ Roll Life so ist, gehe ich mal wieder auf en Konzert. Heute geht es zu Massive Attack. Eigentlich ja so gar nicht mein Styl. Warum ich dann hier bin, fragt der werte Leser? Ein Freund wollte hin und fragte, ob ich mitkomme. Und da ich Männer so gut wie nie was abschlagen kann, hab ich zugesagt. Doch dann sagt er natürlich ab und deshalb steh ich nun hier alleine.

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Der sexiest Gitarrengott live

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Slash war in der Stadt. Ok, wie ich feststellen musste kennt so gut wie keiner in meinem Umfeld Slash. Das ist traurig und wirft so einige Fragen auf. Als erstes: mit wem hänge ich hier eigentlich rum? Zweitens: wie kann man in meinem Alter oder älter sein und Slash nicht kennen? Ich meine, was haben denn alle in den 1980er und Anfang der 1990er gemacht. Um das Verwirrspiel mal aufzulösen, und dem werten Leser zu sagen, was ihn in diesem Artikel erwartet: Slash war der Gitarrist von Guns N’ Roses. Und das wiederum war eine der  erfolgreichsten Hard-Rock-Bands der Welt. Manch einem mögen Lieder wie „november rain“, „sweet child of mine“ oder „paradies city“ vielleicht was sagen. Mitte der 90er trennten sich dann die Wege der Musiker. Offiziell gibt es GNR zwar noch, jedoch nur noch mit Axel Rose. Und seien wir mal ehrlich, der ist inzwischen eine ganz traurige Gestalt. Doch wie dem auch immer sei, Slash und damit einer der besten Gitarristen der Welt war hier. Seit ich wusste, dass er hier eine Ging spielten würde, konnte ich nicht mehr schlafen. Seit ich denken kann und GNR hören, das ziemlich zeitgleich passiert sein dürfte, ärgere ich mich, dass ich es nie auf ein Konzert von ihnen geschafft habe. Also ich meine eins, als es sich noch um die echte Band gehandelt hat. Und nun kam Slash in die Stadt, so nah würde ich GNR vermutlich nie mehr kommen.

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