Neujahrsansprache des Präsidenten

2009 - das Jahr beginnt mit der ersten Ratspräsidentschaft der Tschechischen Republik seit dem Beitritt zur Europäischen Union. Václav Klaus, im politischen Europa wegen seiner euro-kritischen Einstellung in Verruf gekommen, beginnt das Jahr al tschechischer Präsident und hält natürlich am Neujahrstag eine Ansprache. Das ist übrigens auch der Tag, an dem die Tschechische Republik in ihrer heutigen Gestalt 1993 ein selbständiger Staat wurde. Gerd Lemke (gerlem@gmx.de) hat für die Interessierten an der tschechischen Politik, der Europäischen Union und der weiteren Weltgeschichte überhaupt die Rede flugs übersetzt. Eine Autorisierung hat er selbstverständlich nicht eingeholt, der Sinn blieb aber erhalten.
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Aha!: “Václav Klaus ist homosexuell”

aha2012.jpgVor dem Gesetz sind alle Menschen gleich. Dass sich dieser heere Grundsatz nicht auf die Medien übertragen lässt, liegt auf der Hand. Schließlich interessiert Otto Normalverbraucher nun einmal nicht so sehr, was seinesgleichen treibt. Viel mehr interessiert es ihn, was und vor allem wie es die Mächtigen und Reichen, die Stars und Sternchen treiben.

Dafür liegen dann die Paparazzi aber auch nicht im Schrebergarten auf der Lauer. Auf die Gelegenheit zum Abschuss warten sie logischerweise dort, wo die medialen Zwölfender unterwegs sind. Ist ein Kapitaler dann unter widrigen Jagdbedingungen zur Strecke gebracht, wird die Trophäe in Form eines möglichst verwackelten Fotos in den Boulevardmedien zur Schau gestellt. Oder etwa nicht?

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Crisis? What crisis?

Dank gilt dem Dalai Lama, dass er sich um das Wohlbefinden der tschechischen Wirtschaft sorgt. Doch Gottlob konnte man ihm aus vermutlich ungewöhnlich gut unterrichteten Kreisen versichern, dass die Tschechische Republik in diesen anderswo turbulenten Zeiten eine Insel der Glückseligen ist. Wir wissen natürlich nicht, woher der weise Mönch seine Informationen hatte. Darüber können wir nur Vermutungen anstellen, doch saß da nicht letzten Sonntag bei der öffentlich abgehaltenen Vorlesung des Dalai Lamas zu dem Thema „Wie erlange ich eine friederfüllte Seele“ in der ersten Reihe auch unser Bürgermeister und Tunnelbauer? Und trug er nicht schon den weißen tibetischen Schal, den der Dalai Lama als Dank allen seinen Gastgebern umhängt?

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“Nemyslíš - Zaplatíš!” - Schockkampagne ohne Schockeffekt

Jährlich verlieren in Tschechien rund 1000 Menschen ihr Leben im Straßenverkehr. Alle Versuche, den täglichen Irrsinn auf Tschechiens Straßen zu bändigen, sind bisher mehr oder minder gescheitert. Weder großangelegte kampagnenartige Verkehrskontrollen (”Kryštof”) noch die Einführung eines Punktesystems vor gut zwei Jahren brachten die erhoffte langfristige Trendwende.

Jüngster Versuch, die gemeinhin als besonders rücksichtlos und aggressiv geltenen tschechischen Autofahrer zur Räson zu bringen, ist eine vom Verkehrsministerium initiierte und finanzierte Schockkampagne.

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Yes, I can! US-Wahlen im Selbstversuch

Es hat schon etwas von einer großen Show, wenn in Amerika Wahlkampf betrieben wird. Drehbuchreife Auftritte, Tränen, Schweine mit Lippenstift - kurz: Dramatik pur. Grund genug finde ich, um sich in diesem Jahr einmal von der Wahlbegeisterung anstecken zu lassen. Der kühne Plan: die Wahlnacht im Selbstversuch. Die Erkenntnis: Keine großen Überraschungen, aber dennoch sehr empfehlenswert. (mehr…)

“Und plötzlich kamen die Panzer…”

Fotoausstellung über den Einmarsch der Warschauer- Pakt-Truppen in Prag 1968

fotka.jpgAnlässlich des sechzigsten Jahrestages der Prager Frühlings findet in München eine mehrteilige Veranstaltungsreihe zum Thema „Prag 1968 - Wahrnehmungen, Darstellungen, Reaktionen“ statt. Im Rahmen dieser Veranstaltung gab es in Kooperation mit den Národní muzeum in Prag im Sudetendeutschen Haus in der Hochstraße eine Fotoausstellung mit dem Titel „…a přijely tanky“ „Und plötzlich kamen die Panzer“.

Kurz vor knapp habe ich es am Freitag, dem letzten Tag noch geschafft, die seit 26. September geöffnete Ausstellung zu besuchen. Groß angekündigt sollte diese in der Alfred-Kubin-Galerie stattfinden, was sich bei näherer Betrachtung jedoch nur als ein großer Raum im besagten Sudentenhaus entpuppte. Dort standen entlang der Wände große Aufsteller, auf denen die Fotos befestigt waren - im übrigen zum großen Teil Aufnahmen von Privatpersonen, die diese nach einem Aufruf dem Národní muzeum zur Verfügung gestellt hatten und die somit zum ersten Mal der Öffentlichkeit präsentiert wurden.

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Prügelknabe Topolánek

Der Erfolg hat bekanntlich viele Väter, der Misserfolg ist ein Waisenkind. Nach den verlorenen Regional- und Senatswahlen muss sich ODS-Chef Mirek Topolánek so einsam gefühlt haben, dass er am Samstagnachmittag zur Pressekonferenz im ODS-Hauptquartier auf der Prager Kleinseite sicherheitshalber seinen 15 Monate alten Sohn Nicolas mitnahm. Topoláneks “Parteifreunde” Pavel Bém und Petr Bendl hielten lieber Distanz und schauten sich die für die ODS niederschmetternden Zahlen in den Räumen des Prager Magistrats an, auf der anderen Seite der Moldau.

Zu wenig Distanz für den Geschmack des tschechischen Regierungschefs hielt dagegen ein Fotograf des Boulevardblattes Blesk. Wie ein Blitz aus heiterem Himmel traf den bei der Berufsausübung die väterliche Faust des Premiers mitten ins Gesicht, mit dem ihn ansonsten offenbar eine Duzfreundschaft verbindet. “Was fotografierst du hier? Woher nimmst du die Frechheit?!” herrschte der den Paparazzo an (Video). Eine reflexhafte Überreaktion angesichts blank liegender Nerven?

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Wahlweise: Tsunami oder Armageddon

Nach der Wahl ist vor der Wahl - so könnte man heute, ähnlich einem sportlichen Ergebnis, die politische Situation in Tschechien zusammenfassen. Gewiss, nicht besonders originell könnte man einwenden, aber doch treffend. Am Wochenende hatten die oppositionellen Sozialdemokraten einen erdrutschartigen Sieg bei den Kommunalwahlen eingefahren. Die regierende ODS dagegen erlitt eine verheerende Niederlage.

Doch weder ist auf der einen Seite Zeit, in lautes Triumphgeheul zu verfallen, noch kann der Wahlverlierer in aller Ruhe seine Wunden lecken. Denn Mittwoch muss sich Premier Topolánek mit seiner Koalitionsregierung der Vertrauensabstimmung im Abgeordnetenhaus stellen und am kommenden Wochenende steht die zweite Runde der Senatswahlen an, in der die Kandidaten in die Stichwahl gehen.

Für ČSSD-Chef Jiří Paroubek war es der erste Wahlsieg, seit er die Führung der sozialdemokratischen Partei im Frühjahr 2005 übernommen hat. Die befand sich nach dem quälend langen Abgang des damaligen Parteichefs Stanislav Gross in desolatem Zustand und lag in Umfragen bei nur noch zehn Prozent, Tendenz fallend. Für den seit jeher unterschätzten Mirek Topolánek dagegen bedeutete das Wahlwochenende das Ende einer langen Serie von Wahlsiegen. Er selbst wird nicht müde, dies anders akzentuiert zwar, aber doch zu betonen.

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Das Jahr 1968 - eine sexuelle Interpretation


Der Publizist und Kulturkritiker Jiří Peňás untersucht im Zusammenhang mit den Diskussionen im »Kabinett Topol« während des Themenabends »crossing 68/89« die Tragfähigkeit des Begriffs »Kinder des Jahres 1968«.

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