Musikfestival “Prager Frühling” beginnt wie immer: mit Smetana und Vaterland
Der “Prager Frühling” (Pražské jaro) hat begonnen, wie immer am 12. Mai, dem Todestag von Bedřich Smetana, und wie immer erklang dessen symphonischer Zyklus “Mein Vaterland” (Má vlast) im Obecní Dům. Wo auch sonst, denn seit 1946 ist das so, einzig das Orchester ist jedesmal wieder ein anderes, wobei dieses Mal den Brünner Philharmonikern unter der bewährten Leitung von Petr Altrichter diese Ehre zuteil wurde.
Und es soll ja Musikliebhaber geben, die sich auf die Beurteilung der Interpretation dieses einen Stückes an eben jenem alljährlichen Ereignis spezialisiert haben. Oder fragen Sie den jeweiligen Präsidenten des Landes, auch der hört von seiner Loge aus das erbauliche Stück jedesmal aufs Neue.

Touristen sind schon eine seltsame Spezies der Gattung Mensch. Sie laufen meist in großen Gruppen an immer denselben Plätzen herum, machen seltsame Geräusche und tragen bestimmt Accessoires. Um das fast immer gleiche Verhalten eines Touristen zu untersuchen, scheint mir Prag unter allen anderen europäischen Großstädten besonders geeignet zu sein. Vor allem letztes Wochenende, an dem der 1. Mai gleichzeitig auch Vatertag war, wimmelte es in der Hauptstadt nur so von Touristenscharen.