Musikfestival “Prager Frühling” beginnt wie immer: mit Smetana und Vaterland

Der “Prager Frühling” (Pražské jaro) hat begonnen, wie immer am 12. Mai, dem Todestag von Bedřich Smetana, und wie immer erklang dessen symphonischer Zyklus “Mein Vaterland” (Má vlast) im Obecní Dům. Wo auch sonst, denn seit 1946 ist das so, einzig das Orchester ist jedesmal wieder ein anderes, wobei dieses Mal den Brünner Philharmonikern unter der bewährten Leitung von Petr Altrichter diese Ehre zuteil wurde.

Und es soll ja Musikliebhaber geben, die sich auf die Beurteilung der Interpretation dieses einen Stückes an eben jenem alljährlichen Ereignis spezialisiert haben. Oder fragen Sie den jeweiligen Präsidenten des Landes, auch der hört von seiner Loge aus das erbauliche Stück jedesmal aufs Neue.

(mehr…)

Divoka Šárka – Natur im Großstadtdschungel

Divoka Šárka1Sommer, endlich! Also nichts wie raus und die Sonne genießen. Das denken sich aber auch die Touristen, die sich tausendfach vermehrt haben in den letzten Wochen. Um dem zu entgehen muss man sich nur knapp 30 Minuten von den Wirren des Altstädter Rings entfernen: Divoka Šárka ist ein wunderschönes Stück Natur, das man zwischen Prager Flughafen und Innenstadt findet. Genau der richtige Ort, um Touristen, dem Stadttrubel und dem Lärm zu entkommen.

(mehr…)

Und auf einmal sprachen sie alle Deutsch - Interkulturelle Kommunikation Teil 6

Wenn man für eine längere Zeit in einer Stadt lebt, dann hat man nach ein paar Wochen ja so seine Lieblingslokale oder -Geschäfte, in denen man immer wieder Kunde ist. So bin ich mittlerweile Stammkunde in einem wirklich hervorragenden tschechischen Lokal, in dass ich jeden meiner Gäste ausführe. Gemüse und Obst kaufe ich täglich bei einem Vietnamesen um die Ecke. Bisher gab es bei jedem Einkauf die üblichen Probleme mit der Sprache.

(mehr…)

Verdis Falstaff vom Nationaltheater neu inszeniert

Eigentlich ist in Prag ja die Staatsoper das Terrain Verdis, dort nämlich, wo der Gefangenenchor mindestens zweimal im Monat erklingt, und wo Arien aus Aida oder Rigoletto umgehend beklatscht werden. Doch nun findet ausgerechnet im Nationaltheater, wo man nur applaudiert, wenn der Vorhang fällt, Verdis einzige komische Oper „Falstaff“ ihre erste Prager Neuinszenierung seit etlichen Jahren - und die wird tatsächlich zu einem komischen Abend.

Es hieß, der 80jährige Giuseppe Verdi hätte während der Komposition des Falstaff 1893 bereits geahnt, dass es seine letzte Oper werden würde.

(mehr…)

Touristen - Eine seltsame Spezies

touristen.bmp Touristen sind schon eine seltsame Spezies der Gattung Mensch. Sie laufen meist in großen Gruppen an immer denselben Plätzen herum, machen seltsame Geräusche und tragen bestimmt Accessoires. Um das fast immer gleiche Verhalten eines Touristen zu untersuchen, scheint mir Prag unter allen anderen europäischen Großstädten besonders geeignet zu sein. Vor allem letztes Wochenende, an dem der 1. Mai gleichzeitig auch Vatertag war, wimmelte es in der Hauptstadt nur so von Touristenscharen.

(mehr…)

Über tschechische Gottesdienste und wie es einem als Dieb ergehen kann

kirche.bmp

Ich bin zwar weder besonders religiös, noch gehe ich regelmäßig in die Kirche, doch mag ich manchmal die Atmosphäre, die in Kirchen herrscht - vor allem während eines Gottesdienstes. Ich mag es, wenn man von einer belebten und lauten Straße in eine Kirche eintritt und sofort von Stille, Andacht und diffusem Licht umgeben ist. So habe ich mich heute Morgen auf den Weg zur Kirche St. Jakob (nahe dem Altstädter Ring) gemacht, um die Sonntagsmesse zu besuchen.

(mehr…)

„Suddenly“ – Und plötzlich wird es still

SuddenlyFamilienidylle pur: Vater Lasse küsst zärtlich seine Frau aus dem Schlaf. Die beiden Jungs (17 und 11 Jahre alt) streiten am gemeinsamen Frühstückstisch. Die Familie macht sich auf den Weg zu den Großeltern. Es herrscht ein wunderbarer, liebevoller Alltag.

Doch dann passiert ein tragischer Autounfall: die Mutter und der jüngste Sohn sterben, Vater Lasse und Sohn Jonas überleben. Der schwedische Film „Suddenly“ erzählt ganz leise, wie es plötzlich still werden kann in der Welt. Zu sehen ist der eindringliche Film auf dem Festival „Tage des europäischen Films“.

(mehr…)

Zum Kaffee mit Jennifer und Cristina

Jennifer Ulrich und Cristina do RegoWir hatten uns für 16.15 Uhr im Café verabredet. Um 16.40 kamen sie dann schließlich an: Jennifer Ulrich und Cristina do Rego. Die beiden deutschen Nachwuchs-Schauspielerinnen spielen in „Die Welle“ die weiblichen Hauptrollen Karo und Lisa. Bei einer Tasse Kaffee haben sie von sich, der „Welle“ und dem Schauspieler-Dasein erzählt.

Etwas abgehetzt und hungrig kamen Jennifer und Cristina zur Verabredung. Sie hatten an diesem Tag bereits mehrere Pressetermine, einen Radioauftritt, ein Film-Screening und eine Diskussion in einer Prager Schule hinter sich gebracht. Das Mittagessen ist dabei wohl auf der Strecke geblieben und die beiden mussten das erstmal nachholen. Und so unterhielten wir uns zwischen einer Gabel Spaghetti oder einem Bissen Lachs.

(mehr…)

In der Ferne, so nah

mmluee_102x140.jpg

Heute nur ganz kurz ein Lektüre-Tip: Eine Ausgabe der Zeitschrift “fluter”, herausgegeben von der Bundeszentrale für politische Bildung 2003.

(mehr…)

„Die Welle“ überrollt jeden - leider mit Klischees

Die WelleGestern wurden die 15. Tage des europäischen Films im Prager Kino Světozor eröffnet. Zum Startschuss des Filmfestivals wurde „Die Welle“ von Regisseur Dennis Gansel gezeigt. Der Film feiert zurzeit an deutschen Kinokassen enorme Erfolge - eine Frage stellt sich dabei allerdings: warum?

Vollbeladen mit allen möglichen und unmöglichen Klischees gibt der Film vor, ein zeitnahes Portrait der deutschen Jugend zu zeichnen. Die Verfilmung des Jugendbuchklassikers „The Wave“ zollt den bekannten Vorurteilen gegenüber der MTV-Generation Tribut.

(mehr…)

TOPlist