Einmal Knochenkirche und zurück

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Die Uni ist vorbei- was bietet sich da mehr an, als endlich die schon lange geplanten Städtereisen durch die Republik zu unternehmen? Gut, das Wetter ist nicht wirklich geeignet dafür. Aber da wir dank globaler Erwärmung sowieso nicht mehr mit einem Sommer rechnen können, haben wir beschlossen, trotz Regen das uns inzwischen bestens bekannte und touristisch gut erschlossene Prag zu verlassen und uns in die Provinz zu wagen. Die Mehrheitsentscheidung fiel zugunsten von Kutna Hora aus, und so fand ich mich letzten Montag um 10 Uhr morgens im Zug in die 70 Kilometer von Prag entfernt Stadt wieder.

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In den Eingeweiden von Klaus - Führung durch die Regierungssäle auf der Burg

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Nun ist es ja so, dass verborgene Sachen auf die Menschen schon immer einen besonderen Reiz ausgeübt haben, auch wenn sie eigentlich nicht so toll sind. Einfach aufgrund der Tatsache, dass sie verborgen sind, sind sie per se interessant. Genauso scheint es sich mit dem Regierungssitz von Präsident Klaus zu verhalten. Das ganze Jahr über darf ihn kein Normalsterblicher betreten, keiner weiß so recht, was sich hinter den Mauern für Szenen abspielen. Doch zweimal im Jahr werden die heiligen Hallen für die Massen geöffnet und dann stehen sich die Massen die Füße in den Bauch um reinzukommen. So wurde mir jedenfalls berichtet.

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Von traurigen Tieren und kreischenden Mädchen - ein Ausflug nach Prag 7

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Die Zeit tickt - ich habe nicht einmal mehr ganz sechse Monate hier und die Liste mit Sachen, die ich unbedingt noch machen muss, wird täglich länger. Letzten Sonntag war es dann auch endlich soweit und anstatt mal wieder fünf neue Ausflugsziele auf die Liste zu setzten, habe ich einfach mal einen gemacht. Und zwar zuerst in den Zoo und danach noch auf die Matĕjská pout’, eine Art Volksfest oder Kirmes auf dem Ausstellungsgelände Výstavištĕ.

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Eine Schifffahrt die ist lustig, eine Schifffahrt die ist schön

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Getreu diesem Motto war ich am letzten Wochenende mal so dekadent, mir für 350 Kronen eine zweistündige Bootsfahrt auf der Moldau zu leisten. Der Grund für diesen Anfall von Verschwendungssucht war, der werte Leser wird es sicher schon ahnen, die Tatsache, dass ich mal wieder Besuch hatte. Und wie der werte Leser vielleicht auch schon bemerkt hat, bin ich dann immer besonders aktiv und versuche neben dem typischen Touristenprogramm immer wenigstens eine Sache zu machen, die auch für mich neu und unbekannt ist. Aufgrund des verhältnismäßig schönen Wetters am Wochenende und einem eher fußlahmen Besuch, erfüllte ich mir deshalb den schon lange gehegten Traum einer Bootstour auf der Moldau.

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Von Pressburg über Pozsony nach Bratislava

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Es war dunkel und kalt - wie immer. Nur diesmal war es mal nicht abend, sondern 6:30 Uhr morgens. Zusammen mit all den anderen, mehr oder weniger freiwilligen, Frühaufstehern zwängte ich mich in die Metro. Ich war auf dem Weg zum Busbahnhof Florence, von wo aus ich in wenigen Minuten für sagenhaft günstige 14 Euro nach Bratislava aufgebrochen bin.

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Den Königsweg entlang

100_2680_396x527.JPGIch hatte mal wieder Besuch, wie könnte es auch anders sein? Der werte Leser wird sich bestimmt schon fragen, ob ich in meinem Auslandsjahr eigentlich auch etwas anderes tue, als Besuch zu haben. Doch gelegentlich mache ich auch noch andere Sachen als die Fremdenführerin zu spielen.

Letztes Wochenende war es jedoch wieder einmal so weit und ich hetzte mit meinem Besuch bei minus zehn Grad wieder einmal kreuz und quer durch die Stadt, bei dem Versuch alles Sehenswerte in drei Tage zu pressen. Ich muss ja sagen, nachdem ich das nun schon zum fünften Mal gemacht habe, bekomme ich nicht nur langsam Routine darin und mir eine eigene Route zusammengestellt, sondern vor allem langsam die Nase voll. So schön die Stadt ist und so sehr ich sie liebe, aber Fremdenführerin zu sein, that sucks. Da ich aber eine gute Gastgeberin sein will, konnte ich auch diesmal die Bitte, auf die Burg zu gehen, nicht ablehnen.

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Das böhmische Exulantendorf Rixdorf in Berlin Neukölln

Es wird ganz ruhig in Berlin, wenn man die belebte und von unzähligen Geschäften (meistens Ramschläden, Second-hand-Shops und Dönerstände) gesäumte Karl-Marx-Straße in Neukölln verlässt, in den Karl-Marx-Platz einbiegt, da, wo Böhmisches Dorf ausgeschildert ist, und als man schließlich den Richardplatz erreicht hat, ist kaum mehr etwas zu hören. Nahezu menschenleer ist es hier, irgendwie idyllisch.
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Ein virtueller Spaziergang durch Prag

Was kommt einen bei dem Schneechaos und der klirrenden Kälte der letzten Wochen mehr entgegen, wenn man Besuch hat und dieser sich die Stadt ansehen will, als ein Ausflug in das Museum der Hauptstadt Prag? Dort gibt es nämlich nicht nur das viel gepriesene Langweil Modell  der Stadt im 19. Jahrhundert zu sehen, sondern man kann sich nun auch auf einen virtuellen Rundgang durch die Stadt aufmachen.

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Kutná Hora – Ein Weltkulturerbe östlich von Prag

Hoch zum Hradschin, Besichtigung des Veitsdom und des Museums, Karlsbrücke, Weihnachtsmarkt und Wenzelsplatz und wir hatten auch schon alles abgelaufen, was im Allgemeinen das Touristenherz höher schlagen lässt. Doch diesmal sollte das nicht genug sein. Schließlich kenne ich mich schon ein wenig aus und so machte ich den Vorschlag, die kleine Stadt Kutná Hora, auf gut Deutsch Kuttenberg,  zu besuchen.
Die Vorfreude war groß. Immerhin wusste ich aus meinen Geschichtsbüchern, dass es sich bei Kutná Hora um eine der wichtigsten und größten Städte des Mittelalters in Böhmen handelte. So konnte ich mich auch an den Satz erinnern:  „Wer einmal über Kutná Hora herrscht, herrscht über die Reichtümer des Landes.“ – Na, wenn das nicht Lust auf mehr macht.
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Auf in die krumme Au!

100_1551.JPGGeplant war er ja schon lange, der Ausflug nach Český Krumlov. Und vorletzten Mittwoch war es dann endlich soweit. Noch im Morgengrauen, also so gegen 8 Uhr haben Matěj und ich uns aus dem Bett gequält. Nach einem schnellen Frühstück und nachdem Matěj (!) einige Brötchen für den kleinen Hunger zwischendurch geschmiert hatte, ging es auch schon los. Zwei Stunden über zum Teil etwas holperige Straßen durch die graue, wolkenverhangene Landschaft in den Süden der Republik, in die ca. 180km von Prag entfernte, bei Touristen zweitbeliebteste Stadt Tschechiens. Während ich die Fahrt über noch angesichts des schlechten Wetters und der Kälte genörgelt hatte, strahlte uns wie bestellt die Sonne mit dicken Frühlingsstrahlen entgegen, als wir im Krummau ankamen. Da wir etwas außerhalb des Zentrums geparkt hatten, um die Wucherpreisen für einen Parkplatz zu umgehen (Tschechen seien geizig, sagte Matěj), mussten wir erst einmal ein Stück zu Fuß gehen, bevor wir dann endlich zum Budějovická brána kamen und den historischen Stadtkern betraten. Kaum waren wir durch das Tor hindurch, da kam uns auch schon eine riesengroße Gruppe Japaner entgegen. Etwas verwundert schaute ich Matěj an. Wir waren doch extra so früh im Jahr hierher gekommen, um die Stadt ohne die sie belagernden Horden von Touristen zu sehen. Doch scheinbar waren wir nicht die Einzigen mit diesem Plan. Lustigerweise konnte man anhand der Japanergruppe aber feststellen, dass Krummau doch ein recht kleines Städtchen ist, denn der Tross lief uns an diesem Tag noch ca. 5 mal über den Weg. (mehr…)

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