Abenteuer Olomouc Teil III Kurs hin- Kurs her!
Gott sei dank fand sich dann meine Zimmernachbarin nach kurzer Zeit wieder ein und der Weg ins Zimmer war frei. Angestachelt von den Einkäufen meines Roommate und meinem Magen, der aufgrund des ausgefallenen Frühstücks schon heftig vor sich hin knurrte, entschloss ich mich dann ein bisschen socialising zu machen und mit den Amerikanern von meiner Wohneinheit die Stadt sowie deren Restaurants und die Supermärkte zu erkunden. So sah ich also zum ersten Mal Olomouc. Ein ganz nettes Städtchen. Sehr beschaulich und trotz der Tatsache, dass es die fünft größte Stadt Tschechiens ist, doch eher klein. Also ich habe zwar nur den Kern und ein bisschen drum herum gesehen, aber das kann man in ca. einer viertel Stunde abgehen.
Wir flanierten dann also etwas in der Sommersonne um den Marktplatz, bestaunten die Astronomische Uhr, schlenderten um den Arion-Brunnen, dessen Statue des antiken Dichters und Sängers Arion von seiner Leidenschaft zu Delphinen zeugt, umrundeten den Horni Namesti und ließen uns von Einheimischen dabei fotografieren. Nach ca. hundertmal „oh my god is this pretty“, was ich in diesen vier Wochen noch unzählige Male hören sollte, stillten wir schließlich unseren Hunger. Standesgemäß gab es Gulas.


“Wer jetzt kein Haus hat, baut sich keines mehr.” Mit diesem Rilke-Vers pflegte mein Deutschlehrer kurz vor Klausuren die einschlägig bekannten Saisonarbeiter vor den geringen Erfolgsaussichten von zu spät einsetzendem Aktivismus zu warnen. Im Hinblick auf die geplanten Tschechisch-Pflichttests und die Tatsache, dass der Sommer seinen Zenit bereits überschritten hat, scheinen mir die mahnenden Zeilen aus dem “Herbsttag” ein guter Einstieg, um auf eine neue Webseite hinzuweisen, die das tschechische Schulministrium in Zusammenarbeit mit dem Pädagogischen Forschungsinstitut vergangene Woche gestartet hat.