Neues aus dem Erasmusghetto

Morgens gleicht der Flur wie immer einem Schlachtfeld. Ich bahne mir meinen Weg zum Kühlschrank, um mir Milch für meinen Frühstückskaffee zu holen, durch leere Vodka- und Bierflaschen, Wein aus dem Tetrapak und Zigarettenstummeln. Im Studentenheim Kolej Hostivař sind hauptsächlich Erasmus-Studierende untergebracht. Da die architektonische Fehlkonstruktion, die ursprünglich nicht als Studentenheim konzipiert war, keinen Gemeinschaftsraum und eine Küche von zwei Quadratmetern für zwanzig Personen vorsieht, finden die Partys regelmäßig auf dem Flur statt. Aufpasserinnen wie in russischen und ukrainischen Heimen, die um Mitternacht sowohl die Eingangstür des Heims als auch die des Stockwerks versperren und die Nachtruhe kontrollieren, gibt es hier zum Glück nicht. Doch Konflikte mit den wenigen regulären BewohnerInnen, deren Schlafrhythmus von dem der Austauschstudierenden abweicht, sind vorprogrammiert. Deshalb beendet das Heimpersonal, ein Security mit Schlagstock und eine Dame mit langem grauem Haar und verbittertem Gesicht, mit viel Geschrei und tschechischen Flüchen das allzu laute Feiern zu später Stunde. Am nächsten Tag finden wir eine Nachricht des Heimvorstandes an der Wand, wie immer in kreativem Englisch: Wir hätten ab sofort unsere „lusty celebrations“ zu unterlassen.

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Gassi mit dem Puma

Die Prager Vorliebe für Hunde hat mich schon immer genervt. Beim Joggen wechsle ich oft die Straßenseite, wenn mir ein großer Hund entgegenkommt und das Herrchen sich aus der Leinenpflicht nichts macht. Komischerweise laufen normalerweise eher die kleineren Viecher angebunden. Schäferhunde, Dobermänner und derlei sind fast immer frei, wieder so eine Prager Besonderheit.

Gassi mit dem Puma

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Festivalsaison in Tschechien: Povalec (05. - 07. August 2011)

Auch wenn der Sommer gerade ein bisschen schwächelt - die Festival-Saison ist in vollem Gange und natürlich hat auch die Tschechische Republik so einiges zu bieten für Liebhaber von Bier aus Plastikbechern, Dixie-Klos und Camping im Matsch ohne Nachtruhe, Zelte und Vorzelte so dicht nebeneinander, dass kein Platz zum Durchgehen bleibt. Für mich ist es ohnehin unerklärlich, dass Deutschlands Festivals trotz der dort vorherrschenden Preise nach wie vor gut besucht sind, finden sich doch in unmittelbarer Nachbarschaft Alternativen, die so gut wie jedes Genre abdecken und in Sachen Preis/Leistung weit mehr überzeugen. Und tatsächlich attraktieren Veranstaltungen wie das HipHop Kemp oder Rock for People (beide in Hradec Kralove) zunehmend ein internationales Publikum. Vom Kommerz noch gänzlich unberührt ist das Povalec-Festival im kleinen Örtchen Valec nahe Karlovy Vary, das in diesem Jahr vom 05. - 07. August statt findet.
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Unterwegs in Tschechien: Karlovy Vary (Karlsbad)

Nicht weit von Prag entfernt liegt das beschauliche Städtchen Karlovy Vary (Karlsbad). Für günstige 12 Euro reist man mit den Bussen von studentagency in knapp zwei Stunden dorthin, darum haben wir uns entschieden, am 7. Mai, dem Beginn der Kursaison, Karlsbad einen Tagesausflug zu widmen.

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Karel Schwarzenberg sucht ein Logo für die Menschenrechte

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Der tschechische Außenminister Karel Schwarzenberg soll mitentscheiden, durch welches Logo die Menschenrechte künftig repräsentiert werden sollen. Er ist Teil einer international besetzen Jury, der unter anderem auch Guido Westerwelle, Michail Gorbatschow und der Wikipedia-Gründer Jimmy Wales angehören. Ab heute und bis zum 31. Juli 2011 kann jeder Interessierte eigene Entwürfe einreichen. Als Siegesprämie winken bis zu 5000 Euro. (mehr…)

Streams of consciousness

Mit diesem Blogeintrag wende ich mich heute zum einen an meinen Chef, der seit Anbeginn meiner Blogerkarriere immer betont hat, dass meine Blogs Streams of consciousness glichen. Ich frage mich bis heute, ob das ein Kompliment ist, oder ein Hint, das zu lassen. Doch um ihm mal zu zeigen, dass ich auch anders kann, hier ein real stream of conscousness, zumindest, was ich darunter verstehe. Grund zwei für diese Form des Bloggens, ist Rücksicht auf meine Leser. Der Blog, wie es denn mit dem Filmteam und mir so weiter ging, endete nämlich in einer endlosen Hasstirade auf die Alte. Und das will ich dem werten Lesen nicht antun. Diesmal also ein wesentlich kürzerer Blogeintrag, der viel Raum zur Spekulation lässt. (mehr…)

Filmgruppenausflug

Und schon wieder bin ich in der Stadt. Beinahe könnte man meinen, ich wohne wieder hier. Leider ist es diesmal nicht das pure Vergnügen, was mich hierher führt. Für das Projektmodul meines Studiengangs werde ich gleich ein Interview mit dem ehemaligen Chef von Radio Free Europe, Pavel Pecháček führen. Gleich heißt, wenn ich auf den letzten Metern zu ihm nicht doch noch in Ohnmacht falle. (mehr…)

Staatsmännisch: Klaus klaut Füllfederhalter

Dass Politiker auf dem Balkan vor einem Bad in der Menge besser ihre Armbanduhren in Sicherheit bringen sollten, ist seit einem Besuch von George W. Bush in Albanien hinlänglich bekannt. Die Langfingerei salonfähig machte nun Tschechiens Staatspräsident.

Auf Staatsbesuch, fernab der Heimat zwar, in Chile nämlich, aber leider vor laufenden Kameras und somit den Augen der Weltöffentlichkeit: Václav Klaus, in Tschechien als Grafomane und Füllfederhalterfetischist einschlägig bekannt, gibt seinen Trieben nach - mit Kennerblick und geübten Fingern lässt er nach vollzogenem Staatsakt den Federhalter des Gastgebers heimlich in seiner Sakko-Tasche verschwinden. Überführt wurde er jedoch mittels Video-Beweis von aufmerksamen Reportern des Tschechischen Fernsehens (ČT).

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Endlich gefunden: Das perfekte Linux-Laptop

Als Linux-User ist man oft auf fremde Hilfe angewiesen und freut sich über Erfahrungsberichte oder Rezensionen in den einschlägigen Foren. Gerade in der Anfangszeit, als ich vervirt und entnervt von Windows auf das offene und sicherere Betriebssystem umzusteigen lernte, suchte ich fast täglich nach Tipps und Tricks, um meine Laptop-Computer (Acer TM 2300, HP 520, Asus EEPC 1000) praktikabel zu konfigurieren. Wieviel Zeit dabei draufging, darüber will ich lieber gar nicht nachdenken, obwohl es sich als richtige Entscheidung erwiesen hat.

Bei der Anschaffung meines neuen Rechners googlte ich darum von Anfang an nach Tipps für Linux-freundliche Notebooks. Die einschlägigen Ergebnisse betrafen - erwartungsgemäß und leider - ältere Modelle oder solche aus dem Hochpreissegement, mit besserer HW-Unterstützung. Fündig geworden bin ich trotzden, aus Zufall und der glücklichen Fügung von guter Beratung und Schlamperei bei Alza.cz.

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Damn hell

You need to a flashplayer enabled browser to view this YouTube video30 Minuten später laufe ich dann in Strašnice ein, wo ich doch tatsächlich die Schlüsseldame antreffe und ihr ganz stolz meine No 3. zeige. Hmm, findet sie nun nicht so dolle, aber Geschmäcker sind ja verschieden. Und für einen langen Plausch habe ich auch keine Zeit. Schnell springe ich in die vormittags rausgelegten Klamotten und freue mich, dass Čič die Lederjacke wirklich in Ruhe gelassen hat. So, noch schnell eine Tonne schwarzen Lidschatten und Kajal rund um meine Augen verteilen, die Tasche securitysicher packen und dann laufe ich auch schon wieder aus dem Haus. Eigentlich habe ich wenig Lust und würde mich nun lieber eine Stunden vor einen Spiegel setzten und No.3 betrachten, als mich mit 500.000 Menschen um eine Platz in der ersten Reihe zu prügeln. Aber ich bin ja schließlich auch wegen BLS nach Prag gekommen, also los. (mehr…)

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