Yes, I can! US-Wahlen im Selbstversuch

Es hat schon etwas von einer großen Show, wenn in Amerika Wahlkampf betrieben wird. Drehbuchreife Auftritte, Tränen, Schweine mit Lippenstift - kurz: Dramatik pur. Grund genug finde ich, um sich in diesem Jahr einmal von der Wahlbegeisterung anstecken zu lassen. Der kühne Plan: die Wahlnacht im Selbstversuch. Die Erkenntnis: Keine großen Überraschungen, aber dennoch sehr empfehlenswert. (mehr…)

Im Prager Zoo: “Er beliebt Lachs zu fangen”

zoo1.jpgNieselregen, grau, Plattenbauten. Am Sonntagnachmittag gehen wir los zum Prager Zoo. Und? Dann passiert das Unerwartete. Siehe da: Nix grau, nix Plattenbauten. Grüne Wiesen, große Gehege, abenteuerliche Wege. Das Gelände wird umgebaut, rote Absperrbänder und Bagger versperren zugewachsene Wege.

Uns bleiben zwei Stunden, bevor der Zoo um 16 Uhr schließt. Zwei Stunden, ha, denke ich mir, ist ja nur ein Zoo. Doch: Weit gefehlt.

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Moffom! Das Musik-Film-Festival

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Moffom? Music on Film, Film on Music. Im Kino Lucerna wird es still, die kunstvoll verzierten Wände versinken im Dunkeln, die Leinwand erleuchtet. Zum 5. Mal zeigte das „international festival of music films“  in Prag Dokumentationen, Kunstfilme und Live-Performances rund um Film und Musik.

Unter 58 Events lockten hochwertige Produktionen, Studentenpreise und Themen weitab vom Mainstream. Die Jury kürte Maciej Pisarek’s polnischen Film “SOLO” zum  Festival Gewinner. Publikumsliebling ist “Gogol Bordello Non-Stop”, der Kinosaal verwandelte sich schon bei der ersten Vorführung nahezu in einen tanzenden Nachtclub.

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Wie finde ich in Erasmus-Woche Nr. 1 zurecht

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Willkommen in Prag! Der Stadt der Tausend Türme, des Nebels und des Biers. Wer jetzt schon hierher gefunden hat, darf sich freuen. Allen anderen: Viel Freude bei der Reise. Die erste Woche eines Erasmus-Studenten entpuppt sich als purer, organisierter Stress.

Nicht genug, dass man sich in einer neuen Umgebung befindet, mit einer solch’ merkwürdigen Sprache wie dem Tschechischen. Nein, auch an der Uni finden sich höchst dubiose und äußerst veraltete bürokratische Umstände. Hier ein paar Tipps, wie man diese meistert, des Anstehens Herr wird und sich zurecht findet.

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Eine Reise nach Prag beginnt

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„Willkommen bei der tschechischen Bahnverkehrsaktiengesellschaft“

Es ist zu spät. 9:05 Uhr. Stau auf der Autobahn A66 Richtung Frankfurt am Main. Im Kofferraum gefühlte 100 Trillionen Liter Gepäck. Pullover, T-Shirts, Schuhe. Fotos, Romane, meine grün-weiß gestreifte Kochschürze. Parkplatz in Sicht, Sprint Richtung Gleis. Ich sitze im ICE 1557.

Mein Sitznachbar riecht nach Aftershave und verspricht mir sechs Mal vorwurfsfreies Aufstehen bis Weimar. So langsam dämmert mir, was es bedeutet, dass ich in die Bahnagentur marschiert und mein Ticket gefordert habe: „Einmal Prag, One-Way bitte!“
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Drahtseilakt in Stöckelschuhen

Die Vorstellung dauert so lange wie ein Fußballspiel, doch Langeweile kommt nicht auf. Sieben Beinpaare führen vor, dass es Menschen gibt, die sich nahezu mühelos über dem Nichts bewegen. Erstaunt und begeistert empfiehlt Gerd Lemke (gerlem@gmx.de): Unbedingt hingehen!

Sie gehören wie der Clown und die Messerwerfer untrennbar zur Vorstellung des klassischen Zirkus: die Seiltänzer. Mit einer schweren Stange balancieren sie über dem Abgrund, machmal gesichert durch ein Netz, manchmal aber auch ohne Netz. Einmal hin und einmal zurück, vielleicht noch einmal mit dem Einrad drüber – wirklich viel mehr hatten sie meist nicht zu bieten. Ohne die beklemmende Musik und ohne das Wissen um das hohe Risiko hätten wir vor Langeweile schon längst nicht mehr hingeschaut.

Es geht aber auch anders, wie die Vorstellung der französichen Truppe Les Colporteurs zeigt, die noch bis Dienstag, 2.9., in Prag gastiert. Nämlich mit Witz, Schwung, Phantasie. Netz und Balancierstange landen auf dem Haufen der unnützen Requisiten.

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Krteček - die wohl süßeste Versuchung seit es Zeichentrickfilme gibt

Als Matěj letzte Woche von seinem Heimatbesuch in Tschechien zurückkam, hatte er mir eine ca. 20 cm große Lebkuchenfigur in Form eines Maulwurfs mitgebracht. Dieses putzige Tierchen, mit Namen Krteček- zu Deutsch Maulwürfchen - ist in Tschechien ein sehr gern gesehener Zeichentrickfilm für Kinder.

Doch wie mir scheint, erobert das Maulwürfchen nicht nur die Herzen der Kleinen, sondern es wird auch von vielen Erwachsenen geliebt, immerhin gibt es Krteček nicht nur als Lebkuchenköstlichkeit oder Stofftier für die Kleine zum Kuscheln, sondern auch als Sammelfigur zum in die Vitrine stellen. Die Tatsache, dass ich mich zum einen spontan in das süße Tierchen verliebt habe und der Maulwurf zum anderen in Prag und wohl auch im Rest des Landes sehr präsent und beliebt ist, hat mich dazu bewogen, mich genauer mit ihm zu beschäftigen.

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Vater des kleinen Kerlchens ist der tschechische Trickzeichner und Illustrator Zdeněk Miler. Dieser bekam 1956 den Auftrag einen Erziehungsfilm für Kinder zu machen, war aber mit dem dazugehörigen Drehbuch nicht einverstanden. Inspiriert von Walt Disney, wollte Miler eine tierische Hautfigur. Die Idee, dafür einen Kretek (Maulwurf) heranzuziehen, kam ihm angeblich, als er bei Spazierengehen über einen Maulwurfshügel stolperte. Später sagte er jedoch: “Es hat lange Zeit gedauert, bis ich begriff, dass ich, wenn ich Krteček male, ich mich selber male.“

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Die Schatztruhe von Karl IV.- ein Ausflug zur Burg Karlštejn

Steil ragen die Mauern Kalrštejns auf dem Felsen empor, wenn man am Fuß des Berges steht und schnell wird einem klar, was Karl IV. 1348 bewog, gerade hier eine Burg zu errichten, um in der Einöde ca. 35 Minuten Fahrt von Prag entfernt die Kronjuwelen und eine Sammlung heiliger Reliquien aufzubewahren. Und wie der Lauf der Geschichte gezeigt hat, lag Karl mit dieser Entscheidung sehr richtig, denn nur ein einziges Mal, nämlich im Laufe der Hussitenkriege, war es gelungen, die Burg zu stürmen. Jedoch kamen die Schweden nicht bis zum Satz, sondern mussten sich bereits vorher geschlagen geben.

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Těší mě - Erfahrungen mit einem tschechischen Sprachpartner

Nun ist es ja bekanntlich am besten, wenn man eine Fremdsprache lernt, diese auch aktiv anzuwenden. Wenn man dafür aber nicht gleich in das entsprechende Land auswandern will oder kann, dann sind Sprachduos eine sehr nützliche Erfindung, um auch in heimischen Gefilden die Sprachkenntnisse zu verbessern. Ist es für Englisch oder Französisch sehr leicht, einen geeigneten Partner mit denselben Kenntnissen zu finden, man schaue beispielsweise auf www.sprachduo.de und wird von einer Flut von Sprachwilligen überrollt, so gestaltet es sich doch ziemlich schwierig, jemand für Tschechisch zu finden.

Ich hatte nun nicht nur das große Glück einen solchen Sprachpartner zu finden, sondern darüber hinaus auch einen sehr guten Freund, der mir hoffentlich auch nach seiner Rückkehr nach Prag noch lange erhalten bleiben wird. Da ich Matěj nun doch schon in dem einen oder anderen Blog erwähnt habe, möchte ich die Gelegenheit nutzen und einmal über meine Erfahrung mit ihm als Sprachpartner berichten.

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Sanfte Prohibition in Prag - zahlen am Ende die Zeche Bob und Dave?

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Wer kennt ihn nicht, den Dialog zwischen den beiden Killern Jules und Vincent in einer Einstiegsszene von Quentin Tarrantinos Klassiker Pulp Fiction: “It’s legal to buy it, it’s legal to own it and, if you’re the proprietor of a hash bar, it’s legal to sell it. It’s legal to carry it, which doesn’t really matter ’cause” — Schnitt.

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