Monatsarchiv für Dezember 2011

NachWORT

Wir stehen auf dem überdachten Bahnsteig des nádraží holešovice. Es ist kalt. Gerade haben sie über Lautsprecher den einfahrenden Zug angekündigt. Wir sehen schon seine Silhouette aus der Ferne heranrollen, hören das Sirren der Schienen. Der Auftrieb wirbelt Herbstlaub über die Schwellen, unter unseren Füßen vibriert der Asphalt.
A. und ich sehen uns an. „Ja…“, sage ich und ziehe meinen Mantel enger um meinen Körper, „Ja…“, sagt sie. Und M. sagt: „Nein“ und schmiegt sich an A.. Schon auf dem Weg hierher wussten wir kaum, was wir sagen sollen. Wir saßen in A.s Auto, wir sahen Häuser und Passanten an uns vorüberziehen, wir schwiegen.
„Du bist doch gerade erst angekommen“, sagt A., als sie mir jetzt hilft, meinen Koffer durch die aufspringende Zugtür zu stemmen. Ich nicke stumm. M. vergräbt die Hände in den Taschen seiner Daunenjacke.
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Sunshine

Am Ende geht die Zeit doch immer so schnell – meine Freundin Annika sagt – „Als hätte man die Wochen wegradiert.“ Und hier ist er schon, der letzte Blogeintrag. Es gab da noch so viel, worüber ich hätte schreiben wollen – aber am Ende, am Ende schrumpft doch alles zu einer letzten Situation zusammen.

Wie ich in der anderen Pension sitze, in die ich auf den letzten Drücker noch umgezogen bin, unter der Bedingung, dass der vormalige Pensionswirt mich zum Bahnhof fährt.

Wie ich unter dem grauen Novemberhimmel vor der Pension stehe und auf ihn warte. Auf dem Weg in dem kleinen Vorgarten stehen der schwere Koffer mit den Büchern, der Wanderrucksack, meine kleine Tasche. Ich gehe in dem Garten auf und ab, nervös.
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